Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (16.12.1913)
- Date
- 1913-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student wallten, auch Sie, geehrter Herr Rechtsanwalt, als Vorsitzenden des <3L A. des K. C. angegeben. Sie haben damals bekundet, daß Ihnen löüglich ein Heft ohne Umschlag durch einen nicht näher bezeichneten Zufall zu Augen gekommen sei. Kürzlich haben Sie nun aber geäußert, daß Sie fortgesetzt den J.St erhielten, und Sie haben die Wahrheit dieser Behauptung durch Zitate aus der Zeitschrift belegt. Wir gehen also wohl in der Vermutung nicht fehl, daß Sie nunmehr über die Wege, auf welchen die Exemplare in die Hände nicht Empfangsberechtigter gelangen, unterrichtet sind. Wir gehen wohl auch in der Erwartung nicht fehl, daß Sie als Birenmann uns dabei behilflich sein werden, die strafbaren und ehrksen Handlungen, durch die dies ermöglicht wird, aufzudecken. Es ist vielleicht verständlich, daß Sie im Interesse Ihres Verbandes md des politischen Kampfes, den Sie in dem von Ihnen verstandenen litteresse des Judentums führen, die geheimen Blätter Ihrer Gegner, die auf Ihren Schreibtisch fliegen, lesen — wir standen uud stehen, w3e Sie wissen, allerdings auf dem Standpunkt, daß die Moral des allj.emeinen politischen Kampfes für sich befehdende jüdische Aiademikergruppen nicht maßgebend zu sein braucht und es nicht sä sollte —, wir konnten es selbst sogar verständlich finden, wenn Sk den Urheber einer gelegentlichen Indiskretion, der nicht unbedingt eklos gehandelt zu haben braucht, nicht bloßstellen wollten; aber chrch fortgesetzte strafbare oder gemeine Handlungen, wie wir sie oanmehr noch sicherer als vor einigen Monaten annehmen müssen, Material für den politischen Kampf zu erhalten, ist Ihnen doch sicher unbehaglich, und Sie dürften es selbst für Ihre Pflicht erachten, diesem Ssandal ein Ende zu bereiten. Aus diesem Grunde glauben wir, uns an Sie mit der Bitte um Aufklärung der gegen uns verübten Bübereien wenden zu sollen. In der Erwartung Ihrer geschätzten Antwort zeichnen wir mit jüdisch-studentischem Gruß gez. Rosenkranz. Hierauf erwiderte Holländer mit folgendem Schreiben: Mdas Präsidium des Bundes Jüdischer Corporationen, Charlottenburg Cauerstr. 22. Sehr geehrte Herren! Sie haben an meine Loyalität appelliert, und ich will Ihnen deshalb üer nieine Kenntnis des Inhaltes des „Jüdischen Studenten" folgendes nftteilen: Vor kürzerer Zeit ging mir zum zweiten Male, ohne daß ich den Absender ersehen oder ermitteln kann, eine teilweise zerschnittene fiirnnier des „J. St." zu. Im übrigen erhalte ich sehr häufig von Mit- Ipedern meines Verbandes über Dinge, die im „J. St." stehen, insbesondere soweit der K. C. in Frage kommt, Nachricht und weiß, daß