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Der jüdische Student · 1913-11-20 · Heft 7 (20.11.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 7 (20.11.1913)
Date
1913-11-20
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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250 Der Jüdische Student Hauses? Die blaue Büchse, ein Herzlbild und, wenn's hoch kommt ein Gegenstand von Bezalel. In manchen Fällen mehr, in manchen Fällen auch weniger. Und wenn man es überlegt, gerade greifbare Dokumente unserer Zionsliebe sollten da, wo die Ueterzeugungskraft der Worte versagt, doch hervorragend geeignet und imstande sein, den Abseitsstehenden klar zu machen,, daß uns Palästina nicht nur ein abstrakter rgeographisclisr Begriff", ein Traumland ist, sondern etwas Lebendiges, Blutwannes, das auch imstande ist, zu neuem Leben erblühende Volkskiflur zu schaffen.!m Hause des Deutschen trägt jeder Gegenstand, jedes Bild, jefes Buch deutsch-nationalen Geist in sich, und demzufolge ist auch die Atmosphäre, in der die Kinder aufwachsen und erzugen werden, eine so unbedingt nationale, daß sie von Jugend auf radikalsten Nationalismus als Selbstverständlichkeit betrachte und der Ideenkreis, dem sie ihre Jugendeindrücke verdanke^ ihnen richtunggebend für ihr ganzes Leben wird. Ich glaube, daß wir eine solche Atmosphäre auch bei uns schaffen könnten, in der unseren Kindern dereinst das Verständnis aufgeht für jüdische Art und jüdisches Gemütsleben, „wenn Säerall die jüdische Schönheitsblume blüht und duftet, daß mam an der Schwelle schon fühlt, hier ist ein jüdisches Haus" (Ptot. d. X. Kongresses S. 219.) Dies sollte doch nicht so schwer zu erreichen sein in einem Hause, uo wirkliche Liebe für national-jüdische Kunst und Sinn für das, was palästinensischer Gewerbefleiß schafft, vorhanden ist. Mit einer Sammlung guter jüdischer Bücher, Werken von Struck, Lilien und unserer anderen Künstler und den mannigfachen Erzeugnissen des palästinensischen Kunstgewerbes, die durchaus nicht nur Liebhaberwert, sondern auch einen recht erfreulichen Kunstwert besitzen, sollte doch ein gut zionistisches Milieu geschaffen werden können, das in uns und den anderen eine gevwsse Palästinastimmung hervorrufen müßte. Mir schwebt als Ideal für künftige Zeiten vor eine ganze Wohnung eingerichtet aus Fabrikaten lediglich palästinensischer Herkunft, oder zumindest ein rein „national-jüdisches Zimmer11. So Ihm solche Dinge nicht imstande sein, in gewissem Sinne um ein jüdisches Milieu zu schaffen und darüber hinaus, auf anderen, einmal auf unsere Kinder und dann auf die „weiteren Kreise", nationalisierend zu wirken? Es nag vielleicht manchem die nv ' lerne Betrachtung der Miüeufragä „unter dem Gesichtswinkel ..es Wohnungswesens" ein wenig absonderlich erscheinen; ich halte jedoch diesen Vorschlag zur Erreichung des erstrebten Zieles einstweilen für leichter zu verwirklichen als die meisten abstrakten Anregungen.

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