Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 7 (20.11.1913)
- Date
- 1913-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3537599-3537704-3537711--3052-3541158- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
248 Der Jüdische Student Der Bücherkatalog für V.J. St.-er*) Von Alfred W ol ff (V.J. St. Berlin A. H.), Berlin Dieser Katalog ist für praktische Zwecke unserer Bundesbruder gedacht: er will einmal den Bibliotheken der Kartellvereine als Grundlage dienen und dann den einzelnen Bundesbrüdern Führer in der weiten Literatur über Juden und Judentum sein. Für unsere Vereinsbibliotheken, die sich mit viel unnützem Ballast schleppen, kann dieser Katalog die Anschaffung notwendiger Bürcher erleichtern, die für Arbeits- und Erziehungszwecke nützlich sind; bei dem intensiveren Vereinsbetrieb, den wir haben und der den einzelnen Aktiven ganz an die Korporation fesselt, kannelne gute Vereinsbibliothek auch ein gutes Hilfsmittel sein, wenn ein tüchtiger Fuxmajor oder Leibbursch es versteht, jüngere Bundesbrüder zur rechten Lektüre anzuhalten. Soweit ich aus den Berichten der Vereine ersehen habe, ist bei einigen eine Reorganisation ihrer Bibliotheken sehr nötig. Vom Wert des Buchs für den einzelnen braucht nicht gesprochen zu werden; ein gut Stück unserer Agitation und Argumentation schöpft daraus; und wer an die Zeiten zurückdenkt, als man für Fuxenunterricht und persönliche Arbeit sich aües Notwendige mühsam zusammenholen mußte, wird froh seün, daß wir die Bücher jetzt so bequem da haben, wird sie kaufen und lesen. — Nur noch ein paar Worte über Zweck und Prinzip dieser Auswahl, die künftighin durch ständige Hinweise auf die wichtigeren Neuerscheinungen ergänzt werden soll. Sie ist natürlich subjektiv, sie ist, soweit das Büchertitel sein können, auch tendenziös, weil eben für unsere Arbeit bestimmt; wird aber auch für zionistische Ortsgruppen, Herzlkk-bs etc. geeignet sein. Zwei Punkte sind es, um die ich den Katalog gern bereichert hätte: einmal eine Anzahl allgemeiner Bücher und dann hebräische und jüdisch-deutsche Schriften. Das letztere ist zunächst noch ein frommer Wunsch und zwecklos, so lange wir nicht die Bücher und die Sprache lesen und verstehen und sprechen können; das andere mag wenigstens angedeutet werden: ich verstehe unter allgemeinen Büchern solche, die zwar abseits von unserer eigenen Geschichte zu liegeim scheinen (weil sie andere Stoffe behandeln), in denen aber ein ähnlicher Aufbauprozeß geschildert wird wie für unser Volk in ueserer Zeit; das sind etwa Bücher wie Meinekes „Weltbürgertum und Nationalstaat", wo ganze Kapitel sich auf unsere Ideologie, und auf unsere Zustände übertragen lassen, oder Oppesrheimers „Siedlungsgenossenschaft" oder sein „Staat" oder ähnliche Bücher, die von Wert und Notwendigkeit staatlichen Bewußtseins sprechen, oder Simmeis „Religion" oder Gundolfs *) s, Beilage