Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 7 (20.11.1913)
- Date
- 1913-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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246 Der Jüdische Student für den Verein und in ihm arbeiten. Jedoch beweist die nicht mehr allzu kiteine Zahl von Bundesbrüdern, die intensive Arbeit und tüchtige: Leistungen für den B.J. C. mit oft mehr als durchschnittlichem Können in ihrem Beruf verbinden, daß man sich allmählich der Notwendigkeit, beides zu vereinen, bewußt wird. Als Symptom dafür möchte ich auch anführen, daß im vergangenen Semester in einem K. V. die Arbeit der Füxe kontrolliert würfe, indem man ihnen den Kollegbesuch offiziell machte und sie auch sonst am Faulenzen verhinderte. Wie segensreich dne derartige Praxis für jeden V. J. St.-er werden kann, hat sich derni auch hier gezeigt. Man hat gesehen, daß das Arbeiten in der Korporation ein ganz anderes ist, wenn nicht jeder mit dm doch nicht ganz unterdrückbaren Gefühl herumläuft, vor tater Vereinsarbeit das Studium ganz zu vernachlässigen. Es ist nun einmal nicht jedem gegeben, seine Zeit und Kraft §® gut einzuteilen, daß er den Aufgaben der Korporation und des Studiums genügen kann. So kommt es, daß je nach Veranlagung, oft auch z. B.-nach familiären Umständen, der eine seine Arbeitskraft nur dem Verein widmet, der andere mr Studium für diesen keine Zeit findet Der letzte Typ ist dann oft gezwungen, auszutreten, wenn er sich selbst öder die anderen ihn als untüchtigen V. J. St.-er erkennen. Die Vertreter der ersten Gattung aber sind dann zwei Semester vor dem Examen gezwungen, derart zu büffeln, daß sie nunmehr für die Korporation nicht die geringste Zeit übrig haben. Wenn man bedenkt, was sie gerade in ihrem fünften und-sechsten Semester, wo die Kurve ihrer Arbeits¬ und vor allem Leistungsfähigkeit ihren höchsten Punkt erreicht hat, für den 31J. C. leisten könnten, so ist das immerhin bedauerlich. Noch bedauerlicher ist der Umstand, daß ein K. V., wie der V. J. St Bonn, der sich stets überwiegend aus Examenssemestern zusammensetzt, deshalb in jeder Hinsicht nichts leistet, weil dk Bundesbrüder gerade genug mit Examensarbeiten zu tun haben ©der, falls sie dazu durch die lange Entwöhnung zu energielos geworden sind, sich damit beruhigen müssen, daß sie für den Verein wenigstens auch nichts mehr tun. In jeder Beziehung wäre es also ein Segen für den einzelnen Bundesbruder und für den B.!. C., wenn die Korporation sich mehr um das Studium ihrer Mitglieder kümmerte — ganz abgesehen davoiBp daß man nur so Keilfüxe, die befürchten, bei uns zu sehr mm Schaden ihrer beruflichen Ausbildung in Anspruch genommen zu werden, vom Gegenteil überzeugen kann. Diese Aufgabe kann natürlich nicht so gedacht werden, daß nun der X zu seinen anderen Pflichten auch noch die übernimmt, die Collegs, Kurse, Praktika eines jeden Bundesbruders auswendig zu wissen, um sie in Einklang mit dem Wochenprograism zu bringen. Vielmehr müßten ältere Bundes-