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Der jüdische Student · 1913-11-20 · Heft 7 (20.11.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 7 (20.11.1913)
Date
1913-11-20
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Der Judische Student 243 Ist ein derartiges Zusammenarbeiten der im Beruf stehenden B. J. C-er erst im Gang, so kann man weiter die Aktiven zur Mitarbeit und Unterstützung ihrer Alten Herren, wie zu ihrem eignen, später nicht ausbleibenden Nutzen heranziehen. Ihre Aufgabe bestände vor allem darin, ihre Väter und Verwandten mehr als bisher zur Führung ihrer Prozesse, Behandlung ihrer Krankheiten durch in ihrem Heimatsort seßhafte V.J. St.-er zu veranlassen; aber damit ist sie noch nicht erschöpft. Da wir zum größten Teil Söhne von Kaufleuten sind, deren Geschäftsbeziehungen sich zumeist nicht auf eine Stadt beschränken, so ist es häufig genug möglich, besonders unseren* Rechtsanwälten in ganz Deutschland Aufträge zukommen zu lassen. Wenn ferner nicht nur im J. St., sondern in regelmäßigen Abständen an alle B. J. C.-er Fragebogen ergingen, in denen auch etwa bekannte Nebenberufssteilen, wie Nachhilfestunden etc., angegeben werden könnten, so wäre die Organisation so umfassend und die Mitarbeit für sie allen Bundesbrüdern so vertraut, daß bald auch die meisten Leute von selbst an das Arbeitsamt mit Mitteilungen von Vakanzen und Nachfragen nach solchen herantreten würden, also das erreicht wäre, was man bisher vergebens erstrebte. Außer dem m teriellen Wert für den einzelnen V.J.St.-er und den gesamten B.J.C., den eine derart organisierte und funktionierende gegenseitige Unterstützungsarbeit bedeutet, würde sie, neben der sich aus ihr ergebenden Förderung und Verbreitung unserer Idee, auch sonst noch verschiedene ideeile Werte zeitigen. Da doch immerhin der allergrüßte Teil der B. J. C.-er sich aus Leuten zusammensetzt, die es kaum mit ihrer Moral verantworten würden, einen untüchtigen und unfähigen Menschen, auch wenn er V.J. St.-er ist, für eine Stelle zu empfehlen, so würde sich als Folgeerscheinung eine allgemeine Heraufschraubung der beruflichen Leistungen und ein größerer Fleiß im Studium, als bisher üblich, ergeben. Wenn man Bundesbrüder beruflich empfehlen soll, so muß man es mit dem guten Gewissen tun können, daß diese V. J. St.-er auch Garantie für die Zufriedenheit des Auftraggeber zu leisten vermögen. Es würde dahin kommen, daß die einzelne Korporation sich mehr verantwortlich fühlt für das Studium ihrer Mitglieder. Daß Leute, die im B. J. C. häufig an prominenter Stelle standen, oft spät oder gar nicht ihr Examina machten, ist m. E. nicht so sehr ihre eigene Schuld wie die des verfehlten Arbeitsprinzips, das bei uns für die Korporation und für das Studium herrschte. Man war lange der Ansicht, daß ein wirklich tüchtiger V.J.St.-er der sei, der seine gesamte Arbeitskraft und Zeit für die Korporation aufwendet, verstand unter einem sogenannten guten Semester eins, in dem jüdische und reinkorporative Veranstaltungen sich jagten und alle BundesbriWer nichts taten, als

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