Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 7 (20.11.1913)
- Date
- 1913-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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244 Der Jüdische Student alle Bundesbrfider, die im .Beruf sind, stets'dessen eingedenk sind, daß sie mitarbeiten müssen an unserer wirtschaftlichen Machtstellung, daß es auf jeden einzelnen von ihnen ankommt, wird es mögiixfi sein, auch eine Institution zu schaffen, die in der Tat die iiife und Unterstützung der Bundesbrüder mit Erfolg organisiert. Denn nur dann kann auch sie — analog dem Keilressort — jeäm einzelnen V. J. St.-er in die Organisierungsarbeit hineinziehen, Jeden von ihnen in ihrem Sinne beschäftigen. In die Praxis umgesetzt denke ich mir ein derartiges System auf alle Bermfezweige ausgedehnt und konsequent ausgebaut ungefähr nach d e m Muster, das man in Berlin jetzt bei der Unterstützung der als Aerzte tätigen V. J. St.-er gibt. Dort hat man eine Liste aller in Berlin wohnenden Aerzte, Assistenzärzte, Mcdizinifpraktikanten, Zahnärzte, Apotheker mit genauer Adresse und Telephonangabe an jeden einzelneu von ihnen verschickt und jöfem Bundesbruder die in seiner Gegend wohwenden noch durch besondere Bemerkungen kenntlich gemacht. Zweck dieser Listen ist, daß z.B. jeder Medizinalpraktikant und Assistenzarzt m der Lage ist, Patienten, die sein Krankenhaus aus irgendwek&en Gründen nicht aufnehmen kann, zu einem in der Nähe wahnenden Bundesbruder zu schicken; dazu bietet sich die Gelegenheit sehr oft, doch hatten die betreffenden Bundesbrüder nicht Zeit oder Gelegenheit, im Adreßbuch nachzusehen, wo dkr nächste Kollege-Bundesbruder wohnte. Dem praktizierenden V. J. St.-er wird es durch diese Listen möglich,. Kranke in e\m Anstalt zu bringen, in der ein Bundesbruder angestellt ist, was er weder immer aus dem Adreßbuch, noch aus dem Nachfeg im J. St. ersehen kann, da alle Augenblicke die Bundesbrücte in diesen Stellen wechseln. Hingegen können diese Listen, s® oft wie erforderlich, etwa zusammen mit dem Wochenprcgrainn, verschickt werden. Die Vorteile, die sich für die Zahnärzte und Apotheker und rückwirkend wieder tür die Aerzte bei fiesem System ergeben, liegen auf der Hand. In ähnliche Weise kann man nun auch Rechtsanwälte, Referendare, Oberlehrer, Bankbeamte etc. in die Lage bringen, ihren Teil zu der Organisationsarbeit beizutragen. Wenn regelmäßig Listen ziikulierten, in denen z. B. für die Juristen die Stationierung der Referendare und für diese Angaben über Vertretungsmöglichteiten enthalten sein müßten, so würden die Vorteile für die einzelnen Bundesbrüder sich bald ergeben, und das wäre gleichbedeutend mit ihrer Mitarbeit im Heranholen und Angeben beruflich interessierender Nachrichten, rentierender Stellungen usw. und ermöglichte die Schaffung eines Arbeitsamtes für den ELJ. C.-er, das wirklich florierte. Vorbedingung ist, wie gesagt, nur, daß jeder Bundesbruder dafür interessiert wird und den daraus erwachsenden Vorteil klar erkennt und demonstriert sieht.