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Der jüdische Student · 1913-11-20 · Heft 7 (20.11.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 7 (20.11.1913)
Date
1913-11-20
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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242 Der Jüdische Student B.J. C. und Lebensberuf*) Von Fritz Jacobsohn (Maccabaea), Berlin Em bekannter zionistischer Redner erwiderte in einer Diskussion auf die Einwände eines antizionistischen Rabbiners: „Erst wollen wir den armen Juden des Ostens das Brot geben, dann können Sie die Broche drüber machen." Am diese Worte muß ich denken, wenn ich sehe, wie im B.J. C jetzt eine große Menge arbeitskräftiger junger Bundesbrüder ihre Zeit mit den Sorgen hinbringt, wie sie dereinst ihre Kinder in jüdischen Lebensformen erziehen sollen und wie man, um eßoer Assimilation derselben vorzubeugen, schon jetzt diese Formen? finden und gestalten könne. Liebe Bundesbrüder, die Ihr zuir Fahne des Jüdischismus schwört, tut doch wenigstens den eisten Schritt vor dem zweiten, wenn Ihr es schon für richtig haltet, Euch über derartiges den Kopf zu zerbrechen, worüber ich nicht mit Euch richten will. Ihr tut es aber nicht, sondern geratet regelrecht ins Stolpern, wenn Ihr vergeßt, daß es eine wichtigere und näher liegende Aufgabe für Euch und alle anderen B. J.C.-er gibt, für die wir alle uns mit Aufbietung von viel, viel mehr Kräften, als es bisher geschah,. einsetzen müsseia: ich meine die systematische Durchführung' der gegenseitigen Unterstützung in unseren Berufen. Es ist unbedingt notwendig, daß wir B.J.C.-er wirtschaftlich eine Gemeinschaft werden, deren Angehörige nicht durch de Sorge der Ernährung ihrer Familie verhindert werden, sich Gedanten über die jüdische Erziehung ihrer Kinder zu machen. Es ist keine neue Idee, daß es nicht Privatsache des einzelnen Bundesbruders ist, ob und wie er sich im Leben und Beruf seinen Platz erkämpft, sondern der B. J. C als solcher den Vorteil tou der besseren sozialen Stellung seiner Mitglieder hat. Ebenso Est es schon oft gesagt und geschrieben worden, wie notwendig eine Organisierung des Hand-in-Hand-Arbeitens der V.j.St.-& in den einzelnen Berufen ist, wenn wir je eine Machtstellung &n deutschen Judentum erringen wollen. E's ist sogar nicht bai der Erkenntnis geblieben, sondern man hat versucht, die gegenseitige Unterstützung zu organisieren durch Schaffung eines „Arbeitsamtes für B. J. C. - e r das ein klägliches Fiasko eiEtt und zu einem „Arbeitsamt für jüdische Akademiker1' umgewandelt werden mußte. *) Die Klagen darüber, daß die V. J.St.-er einander nicht iii dem Alaße beruflich uilerstützen, wie es ihnen möglich wäre, werden immer wieder, wenn auch nicht mehr so häufig v.ie früiier, erhoben. Die Interesselosigkeit, der das Prsjekt des Arbeitsamts begegnet, zeigt jedenfalls, wieviel in dieser Ricküng noch zu wünschen übiig bleibt. Deshalb verdienen Jacobson ns Ausführungen Beachtung, wenn man auch nicht all seine praktischen Vorschläge für zweckmäßig und durchführbar halten wird. ec

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