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Der jüdische Student · 1913-11-20 · Heft 7 (20.11.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 7 (20.11.1913)
Date
1913-11-20
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der Jüdische Student 239 merken: Sie haben jahrelang unter tatsächlich gleichen Verhältnissen unter uns gelebt, sie haben vielleicht sogar selbst schon Satisfaktion gegeben, sind jedenfalls sämtlich bereit gewesen, gegebenenfalls es zu tun, und ihre jüdische Psyche wurde nicht alteriert, gedieh sogar vortrefflich dabei, und jetzt, da sich nur das eine ändern soll,.daß wir beim Keilen jedem ehrlich sagen, wie wiVs damit halten, da kann das ihre jüdische Seele nicht verwinden und sie müssen gehen. Dazu kann ich nur sagen, das glaube ich nicht, denn das ist einfach nicht möglich! Es müßte denn sein, daß der eine oder andere Austritt aus moralischen Bedenken erfolgte, wobei ich jene Moral meine, mit deren Entdeckung jüngst Gerhard H o 1 d h e i m der Menschheit einen unschätzbaren Dienst geleistet hat; jene Moral nämlich, daß es moralisch sei, einem frischen Jungen auf eine ehrliclie Frage eine politisch verklausulierte Antwort zu geben, daß aber das offene Bekenntnis zu dem, was tatsächlich ist, „moralisch der Anfang vom Ende" sei. Dieser Satz steht in seinem Aufsatz im dritten Absatz von hinten, den ich ohne Streichung jeden Fuxen auswendig lernen zu lassen empfehle, so daß er ihn vorwärts und rückwärts aufsagen kann. Ich füge hier gleich eine Gleichung hinzu, die ich aus dem Absatz „Austritt" entwickelt habe, sie lautet: a) Satisfaktion geben guter Zionist sein; b) prinzipiell Satisfaktion geben der Sache des Zionismus untreu werden. Nun, es würden nicht „die Besten" sein, die austreten würden, vorausgesetzt, daß wir, wenn wir von den „Besten" im B.J.C. sprechen, das gleiche meinen. Die Besten im B. J. C. sind nicht diejenigen, denen der Umstand, daß sie an einer großen Sache zu einem kleinen bescheidenen Teile mitarbeiten dürfen, so in den Kopf gestiegen ist, daß sie bereits nach einigen Semestern total aus dem Gewinde geraten sind und vor lauter Standpunktprotzerei und geistigem Getue kaum noch wie ein vernünftiger Mensch Luft zu schnappen verstehen; die Besten im B.J.C. sind auch nicht diejenigen, denen nicht wohl ist, wenn sie nicht in jedem Semester in irgend einem Kartellverein unter einer tönenden Parole einen Stunk inszenieren, der die Bundesbrüder gegeneinanderhetzt, ihnen die Arbeit verekelt und das Gedeihen des Vereins in majorem gloriam des zukünftigen „Großen Führers" schwer beeinträchtigt Die Besten im B.J.C. sind diejenigen, die zwar mehr als die übrigen für die Arbeit an unserer Sache hergeben können, die dies aber mit ruhiger Selbstverständlichkeit tun und, wenn höhere Dinge auf dem Spiele stehen, jederzeit ihre persönlichen Neigungen und Abneigungen, ohne viel Aufheben davon zu machen, zurückstellen, wenn es nottut, ohne die große Geste wie einfache Soldaten

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