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Der jüdische Student · 1913-11-20 · Heft 7 (20.11.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 7 (20.11.1913)
Date
1913-11-20
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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236 Der Jüdische Student anstatt einen dritten, den Richter, um Schutz zu bitten. Ob int übrigen dieser Weg, persönliche Differenzen zum Austrag zit bringen, ein guter, ob er mit einem höheren Kulturzustande vereinbar sei, haben wir hier nicht zu untersuchen; diese Frage ist ja auch selbst von den Gegnern der unbedingten Satisfaktion bisher nicht zur Begründung ihres ablehnenden Standpunktes herangezogen worden. Ein großer, wenn nicht der größte Teil der Kreise und Personen, die sich heute auf einen Zweikampf einlassen, denken gar nicht mehr daran, in ihm ein Gottesurteil, oder das unerläßliche Mittel zur Reinigung der sonst rettungslos zerstörten Ehre zu sehen; sie nehmen ihn auf, um persönlich mit dem Gegner abzurechnen, oder weil die Sitte einflußreicher Kreise es so will. Entkleidet man aber den Zweikampf jenerr ihm erst später zugelegten, mittelalterlich-mystischen Bedeutung^ so ist er eben nichts anderes, als, in bestimmte Formen gebracht, die nach Zeit und Milieu verschieden sind, eine orimitiv nienschliche Einrichtung, und ihre einfachste Erscheinung: die feste Prügelei zweier Jungen, die, anstatt zum Lehrer zu laufen:, und zu petzen, an ihre Fäuste appellieren. Die Sache war in unserem Volke übrigens nicht so ganz, unbekannt; ich erinnere an den Zweikampf eines gewissen David mit dem Philister Goliath. Hier sind nicht etwa zwei Krieger im Kampfgetümmel aneinander geraten und erfüllen einfach ihre Soldatenpflicht, keineswegs; die eine Partei läßt :die andere durch ihren besten Fechter herausfordern; diese stellt ebenfalls ihren besten Mann heraus, und während beide Gruppen sich als Zuschauer im Kreise lagern, geht der Zweikampf vor sich; eine Chargiertenpartie vor dreitausend Jahren. Die Worte,, mit denen Golitath die Juden herausfordert, klingen übrigenssehr stark an die Idee des Gottesurteils an. Uebrigens berichtet Josephus im „Jüdischen Kriege" ganz ähnliches. Als vor einem Menschenalter in Oesterreich Männer, die später zu den besten im Zionismus zählten, die ersten nationaljüdischen Studentenkorporationen gründeten, da begannen sie zunächst mit dem Säbel um sich zu hauen, daß es eine Freude war, und ihre fröhliche Waffenfreudigkeit vorbildlich wurde für weite nicht akademische jüdische Kreise in den österreichischen. Ländern. Sie kamen gar nicht erst auf den Gedanken, daß das unjüdisch sein könnte, freilich hatten sie es nicht nötig, bei jeder Sache erst immer ängstliche Erwägungen darüber anzustellen, ob sie auch nur ja jüdisch sei- oder nicht: die ersten nationaljüdischen Studenten waren geborene Nationaljuden, aus jenen Gegenden stammend, wo die Juden als Volk lebten, und übrigens deshalb auch wohl einigermaßen kompetent in jüdischen» Dingen. Nun aber noch ein fast pikantes Stücklein, aus neuester Zeit; und ausgerechnet unglücklicherweise gerade aus Ere£

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