Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 6 (30.9.1913)
- Date
- 1913-09-30
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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220 Der Jüdische Student antizionistischen Jugend-Bund-Bewegung, associiert, und kurze Zeit danach ging ein anderer Alter Herr der Harmonaea, Herr Rechtsanwalt Exiner, bisher in Berliner zionistischen Kreisen als ein eifriger Mitarbeiter in der jüdischen Turnerschaft geschätzt eine Association mit einem getauften Juden ein. Mit dem Fall Exiner beschäftigte sich der Ehrenrat der Hasmonaea, sprach Herrn Exiner abes" mit Rücksicht auf seine Familienverhältnisse, durch die er sich zu diesem Schritt genötigt geglaubt habe, frei.' Diese Vorfälle, vor allem der Fall Exiner riefen in Berliner zionistischen Kressen eine lebhafte Diskussion hervor, man betrachtete allgemein ein derartiges Verhalten als schweren Verstoß gegen die zionistische Moral und unterzog die Stellung der Hasmonaea zu dem Fall Exiner einer scharfen Kritik. Hierbei kam es zu persönlichen Auseinandersetzungen zwischen Herrn Exiner und unsern Bundesbrüdern Blumenfeld und Erich Cohn, die zwar die von ihnen ausgesprochenen persönlichen Beleidigungen gegen Exiner zurücknahmen, ihre sonstige Verurteilung seines Verhaltens aber in vollem Umfange aufrecht erhielten. Diese Ereignisse steigerten die Gereiztheit auf beiden Seiten zu einer Höhe, mit der die gelegentlichen Mißstimmungen der letzten Jahre gar nicht zu vergleichen sind. Bei dieser gereizten Stimmung ereignete sich ein Vorfall, der leicht zu den schlimmsten Konsequenzen geführt hätte. Der Ferienchargierte der Hasmonaea, stud. jur. Walter Moses, schrieb infolge eines Mißverständnisses bei einer Keilangelegenheit an den Ferienchargierten der Maccabaea W o 11 s t e i n, seinen früheren Freund, einen Brief, in dem er ihm u. a. „Perfidie", „gemeine Verleumdung" und „bewußte Entstellung der Tatsachen" vorwarf. Wollstein ließ ihm eine Säbel-Forderung überbringen, und Herr Moses nahm sie an, nachdem er den Vorschlag unseres Kartellträgers, daß er die beleidigenden Ausdrücke zurücknehmen und über das zugrunde liegende Mißverständnis ein Schiedsgericht entscheiden solle, abgelehnt hatte. Am Tage darauf schrieb die Hasmonaea folgenden Brief: Einem verehrlichen Verein Jüdischer Studenten Maccabaea teilt Unterfertigte geziemend mit: Die Unterfertigte stand auf dem Standpunkt, dai es im Interesse der bewußt-jüdischen Studentenschaft läge, die Ehrenangelegenheit zwischen Herrn A\oses und Herrn Wollstein durch ein Schiedsgericht aus der Welt zu schaffen. Nachdem aber der B. C. einer Verehrlichen beschlossen hat, sich auf ein Schiedsgericht nicht einzulassen und auf dem studentischen Austrag zu bestehen, ein Beschluß, den die Unterfertigte durch Herrn Dr. Kosenblüth erfahren hat, muß natürlich auch die Unterfertigte auf studentischen Aasgleich der Sache bestehen. * Die Unterfertigte fordert deshalb einen Verehrlichen auf, Herrn Wollstein veranlassen zu wollen, bei unserm Paukverhältnis, der Verbindung im K. C. Sprevia, umgehend zu belegen. "Mit jüdisch-studentischem Gruß Die Verbindung im K. Z. V. Hasmonaea den 24. August 1913. i. A. Walter Katschke.