Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1913)
- Date
- 1913-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 201 Personalia: Unsere Inaktiven Lippmann B aruch, Salomon Adler und Fritz Loebenstein bestanden ihr medizinisches Staatsexamen mit „Sehr gut", ebenso unser C. K. Bodenheimer. Die aktiven Burschen Goldmann und Drey erhielten Generaldispens nach Palästina, Loebenstein wurde Alter Herr. Rudolf PickX Bezirksverband Hamburg der Alten Herren des B.J.C. Die geplante Hamburger Universität liegt noch immer in weiter Ferne. Daher bleibt noch weiterhin die Alte Herren-Organisation, der Bezirksverband, der Sammelpunkt der hiesigen B. J. C.-er. Die Zahl der Hamburger jüdischen Abiturienten überhaupt und der Prozentsatz von ihnen, welcher ein Studium ergreift, ist noch immer verhältnismäßig gering für die zweitgrößte deutsche Stadt. Und dennoch wächst dauernd die Zahl unserer Mitglieder durch immer neuen Zuzug von Aerzten, Zahnärzten, Chemikern u.a. — nur die Juristen sind notgedrungenerweise Hamburger Gewächs —, sodaß wir schon jetzt die größte jüdische Akademiker- Organisation in Hamburg darstellen. Das bedeutet jedoch nicht nur eine gewisse Machtstellung, das verpflichtet auch, getreu unserem B. J. C.-Programm, zu immer intensiverer Betätigung unserer Mitglieder in allen den jüdischen Organisationen, die jungen Kräften ein Arbeitsfeld bieten. Denn nur der verdient nach unserer Anschauung mit Recht den Namen eines Alten Herrn des B. J, C, der auch im Berufsleben nicht aufhört, entsprechend seinen Fähigkeiten und seinen Neigungen mitzuarbeiten an der Erhaltung des Judentums und an der Verbesserung der Lage des jüdischen Volkes. Die Universitätsferien bringen uns von Semester zu Semester einen immer größeren Strom von jungen Studenten wieder, die den Anschluß an den B.J.C. draußen gefunden haben. Sie bringen in unsere Reihen das belebende Element, sie verknüpfen uns immer wieder mit unseren Stammvereinen, deren neueste Begebnisse sie uns berichten, und in während der Ferien besonders häufigen Zusammenkünften oder Ausflügen in Hamburgs schöner Umgebung suchen wir Aelteren sie mehr und mehr mit uns zu verknüpfen. Wollen sie aber als Studenten ihre speziell studentischen Aufgaben erfüllen, so wird der jetzt neu gegründete „Ferial-Verband" die Möglichkeit bieten, durch gemeinsames Turnen, Fechten, durch einen hebräischen Sprachkursus usw. die reich bemessene Freiheit nutzbringend im V. J. St.-er Sinne zu verwenden und den Leuten aus Berlin und München, aus Freiburg und Bonn hier die Korporation zu ersetzen, bis einmal der V. J. St. Hamburg das Licht der Welt erblickt. Dr. S. W e i s s.