Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1913)
- Date
- 1913-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 197 Verein Jüdischer Studenten an der Universität Bann Farben: Gelb-blau-weiß Kneipe und Briefablage: Kasernenstr. 19. Wir eröffneten das Semester, das achte seit unserer Gründung, mit 6 Inaktiven und 14 Aktiven. Die endgültige Chargenwahl ergab folgende Besetzung des C. C.: iur. Siegfried Marcus X, XX F. M. iur. Simon Ernst XXX S. W. Wissenschaftlicher Fuxmajor wurde Bbr. Ostrowsky, Fechtwart Bbr. Grüneberg, Turnwart Bbr. Loewenthal, Kassenwart Bbr. May. Das Semester war reich an erfolgreicher innerer Tätigkeit. Wir richteten zwei Kurse ein, von denen der eine die „Argumentation des Zionismus" und der zweite das „Rassenproblem" unter Zugrundelegung von Zollschaus Werk behandelte. Beide Kurse boten viel Anregung und förderten unsere Durchbildung. Daneben stiegen Einzelvorträge, von denen folgende hier erwähnt seien: Bbr. Ostrowsky: Wirtschaftliche Judennot Bbr. Georg Cohn: Zionistische Politik. Bbr. May: Zionismus und soziale Frage. A. H. Dr. Emil Cohn- Essen: Jüdische Erziehung. Bbr. Marcus: Palästinareiseberichte. Außerdem veranstalteten wir einen jüdisch - literarischen Abend. Dieser frische geistige Zug in der Korporation, der dem Semester seinen Inhalt gab, war natürlich auch von bester Wirkung auf das studentisch-fröhliche Leben und die Pflege geselliger Veranstaltung. In diesem Punkte haben wir nicht gegeizt, sondern taten des guten eher zuviel. Neben dem täglich offiziellen Fechten und dem mehrmals wöchentlich offiziellen Schwimmen und Turnen vereinigten ungezählte Bowlenkneipen, Wanderungen, Ausflüge, Motorbootfahrten auf dem Rheine stets eine große Zahl von Bundesbrüdern. Ende Juni veranstalteten wir einen Ausflug mit Alten Herren. Zu unserer großen Freude besuchten uns fast alle Alten Herren aus Rheinland und Westfalen, und wir verbrachten mit ihnen zwei Tage in bester Stimmung am Rhein. Mit unseren süddeutschen Kartellkorporationen standen wir in engem Konnex. Wir besuchten die Semesterantrittskneipe des V. J. St.-Heidelberg und das zehnjährige Stiftungsfest des V. J. St.-Freiburg. Das Zusammensein so vieler V.J.St.-er hat für jeden Bundesbruder einen eigenen Reiz und erzeugt eine gehobene Stimmung, die mit dem Feste nicht verrauscht, sondern weiter wirkt und von jedem einzelnen, der sie miterlebt, in seine