Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (20.8.1913)
- Date
- 1913-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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196 Der Jüdische Student unterrichtete der Fuxmajor. Die Fuxenexamina haben gezeigt, daß unsere Erziehungsarbeit geglückt ist, daß unsere Füxe sich schon zu tüchtigen B. J. C.-ern entwickelt haben. Für die jüdische Weiterbildung der Burschen sorgte vor allem ein Burschenkurs unter Leitung von i. a. B. Davidsohn, in dem wir über die Schriften von Mathias A c h e r referierten und diskutierten. Zwei hebräische Kurse gaben jedem Bundesbruder Gelegenheit, seine Kenntnisse in der hebräischen Sprache zu vervollkommnen. Um die ganze Aktivitas in stetem engen Konnex mit dem jüdischen Leben und den aktuellen jüdischen Fragen zu halten, fanden regelmäßig Zeitungsreferate und Vorträge verschiedenster Art statt. Es sprachen u. a. Herr Leo Herrmann über „Alljudentum und Zionismus4', A. H. Martin Rosenblüth über den XL Kongreß. Zu Beginn des Semesters veranstalteten wir einen Palästinaabend, auf dem unsere Bundesbrüder, die soeben von der Wanderfahrt durch das Land unserer Väter zurückgekehrt waren, über ihre Reiseerlebnisse berichteten. Die Gedenkfeier an Herzls Todestag hatte unser A. H. B. vorbereitet. Es sprachen A. H. Kurt Blumenfeld und Herr Dr. Viktor Jacobsohn. Mit einigen Rezitationen aus Herzls %Schriften schloß die stimmungsvolle Feier. Auch auf der Schlußkneipe waren wir Gäste unserer Alten Herren, die uns zu einer Bowle eingeladen hatten. Sie verlief, wie all unsere Kneipen im Semester, sehr nett und gemütlich. Denn neben der jüdischen Arbeit vergaßen wir nicht, daß wir junge Studenten sind. Wir wanderten oft in Berlins weitere Umgebung. Durch Rudern, strammes Fechten und regelmäßiges offizielles Turnen sorgten wir für unsere körperliche Ausbildung. Und manche Bundesbrüder fanden auch noch Zeit, sich in anderen Organisationen, im Wanderbund Blau-Weiß und im Turn-Verein Bar-Kochba, zu betätigen. Dieses Leben, viel Arbeit und viel Vergnügen, schuf natürlich das beste bundesbrüderliche Verhältnis, und das Semester wird sicher allen, die es miterlebten, in bester Erinnerung bleiben. Personalia: Es wurden inaktiviert: B i 1 e s k i, Bendix Cohn, Davidsohn, Salomen, Todtmann und auf dem Schlußkonvent L i e m a n n. — Es bestanden das Referendarexamen: H i r s c h f e 1 d und Arthur Stein; das med. Staatsexamen: Siedner, Silberstein,. Schön, alle mit „gut"; das Doktorexamen: Henryk Cohn. — Es wurden A. H.: Hirsch f e i d, Zahnarzt M e y ersohn , Silberstein, A.Stein, H. Cohn und Siedner. — Frau Dr. Hanna Hildesheimer wurde Bundesschwester. — A. H. Dr. Albert S t r a u s verlobte sich mit Frl. Elfriede O o 1 d t r e e, Hamburg. — Es dienten: Bieber und L i p s ch i t z. Max Fürth (x)