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Der jüdische Student · 1913-08-20 · Heft 5 (20.8.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 5 (20.8.1913)
Date
1913-08-20
Page
[Seite] (sequence 41)
Language
German
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Der Jüdische Student 177 Die Sommerarbeit der Ruderabteilung Von cand. jur. Willy Liemann (V. J. St. Maccabaea), Berlin Für uns jüdische Ruderer beginnt der Sommer, sobald die Sonne mit belebender Kraft das Wasser von seiner starren Winterhülle befreit hat. Können wir uns erst wieder in unseren schlanken Booten frei tummeln, dann hören wir mit dem Kastenrudern im Bassin auf, und der regelmäßige Sommerbetrieb setzt ein —, wenn es zunächst auch noch ein wenig kalt ist. Im vorigen Winter hatten wir zusammen mit dem Jüd. Ruderklub „Ivria" das neuerbaute Ruderbassin im Lichterfelder Realgymnasium für 4 Stunden wöchenlich gemietet. Durch offizielles Kastenrudern, zu dem alle aktiven Mitglieder der Ruderabteilung erscheinen mußten, sorgten wir dafür, daß Technik und Gewandtheit der älteren Ruderer erhalten blieben und die während des Winters neu hinzutretenden Junioren in den Anfangsgründen des Sportruderns unterwiesen wurden. Die milde Witterung dieses Jahres gestattete es uns, schon Ende' Februar mit dem Bassinrudern Schluß zu machen und regelmäßig 2—3 mal in der Woche auf dem Wasser zu sein. Die Mängel, die der Winter gebracht, und die sich nicht vermeiden lassen, wurden zunächst ausgeglichen. Dann begann der gemütliche Tourenbetrieb, wie wir ihn schon seit Jahren kennen, und der uns doch immer wieder äußerst reizvoll erscheint. Die Österferien brachten uns stattlichen Zuwachs. 12 neue Mitglieder traten der Ruderabteilung bei. Zu unserer besonderen Freude befanden sich auch in diesem Jahre 2 Alte Herren darunter, die sich doch noch nicht für zu „alt" hielten, die Beschwerden des Anfangs auf sich zu nehmen. Für eine so starke Korona reichte das vorhandene Bootsmaterial nicht aus. Wir ließen deshalb bei der renommierten Bootsbauerei Perdess einen neuen Vierer herstellen, den wir nach dem Schöpfer der jüdischen Renaissance „Theodor Herzl" nannten. Unsere Flotte setzte sich nun aus 3 tadellosen Vierern („Th. Herzl", „Hatikwah", „Juda Maccabi") und einem schnellen Doppelzweier („Kadimah") zusammen. Naturgemäß richtete sich unser Augenmerk zunächst auf die Ausbildung der Junioren. Sie machten gute Fortschritte, und so konnten wir in den Pfingstferien die erste größere Wanderfahrt mit ihnen machen. 2 Vierer und der Zweier wurden bemannt, und spreeaufwärts ging's 3 Tage lang, über den Wolziger und Scharmützel-See nach dem Spring-See. Zurück fuhren wir durch die Duberow. Diese Teile der Spreegewässer zählen zu den herrlichsten Gebieten der Mark und brauchen selbst den Vergleich mit den am meisten gepriesenen Teilen Deutschlands nicht zu scheuen. Oft genug haben begeisterte Ruderer hier in diesen Blättern die Schönheiten unserer Ruderfahrten in Wort

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