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Der jüdische Student · 1913-08-20 · Heft 5 (20.8.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 5 (20.8.1913)
Date
1913-08-20
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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Der Jüdische Student 171 Zwei Aufsätze über Theodor Herzl Wir drucken diese beiden Aufsätze — deren einen ein berühmter christlich-deutscher Schriftsteller geschrieben hat, während der andere aus der Feder Martin Bubers stammt — hier wieder ab, um sie den in das akademische Leben tretenden jungen Studenten, für die diese Blätter bestimmt sind, wie eine ernste Mahnung entgegenzuhalten. Das Leben des größten Juden unserer Zeit, Theodor Herzls, des Schöpfers des modernen, politischen jüdischen Nationalismus, war das Leben eines Mannes, der zu seinem Judentum und zu seinem Volke zurückgekehrt ist. Zu dieser Umkehr fordern wir V* J. St.-er alle die auf, die mit uns gehen. Sie werden in Theodor Herzl den Führer ihres Lebens finden. Der junge Herzl von Hermann Bahr Ich rechne es zu den wirklich großen Glücksfällen meines Lebens, daß ich den größten Juden unserer Zeit von Jugend auf persönlich gekannt habe, und daß ich mit ihm sehr befreundet gewesen bin: mit Theodor Herzl. Theodor Herzl ist ein Beispiel, an dem Sie den ganzen Leidensweg der Juden sehen können. Wissen Sie, was Theodor Herzl war, wie ich ihn kennen gelernt habe? Er war ein deutsch-nationaler Burschenschafter. So fing er an. Und er war ein ausgezeichneter deutscher Burschenschafter. Mit der psychologischen Geschmeidigkeit, die den Juden eigen ist, hatte er im Gehirn das ganze Deutschtum aufgenommen und wußte es nun sozusagen plastisch auszudrücken. Im Reden, auf der Mensur, im Kneipen war er der idealste deutsche Burschenschafter. Zum Lohne dafür beschloß seine Burschenschaft, als er im dritten oder vierten Semester war, die Juden aus der Couleur cum infamia zu chassieren. Das war das große Jugenderlebnis Herzls. Er, der der bedeutendste unter diesen Leuten war, er, dem es am ernstesten war mit dem Deutschtum, er wurde herausgeworfen, obwohl ihn alle gern hatten. Man sagte ihm nur: „Wir müssen die Konsequenzen deines deutschnationalen Gedankens ziehen." Und wenn Sie wollen, wenn Sie es psychologisch betrachten, so hatten beide Teile nicht

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