Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (30.7.1913)
- Date
- 1913-07-30
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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115 Kriegsministerium zu einem anderen Verhaltes veranlassen würden. Denn trotz der gegenteiligen Ansicht des weitsichtigen jüdischen Politikers Waldstein trägt besonders in diesem Punkte den Minister nicht nur das Vertrauen der Partei Werners, sondern fast des ganzen deutschen Volkes. Aber die Achtung vor uns, die man durch Prämien auf Taufen und darrch Orden für unsere Reichen zu ködern versteht, würde sicher auch in den Augen unserer ausgesprochensten Feinde steigen.. Die Bedenken, die von Seiten mancher Juden gegen diese Behandlung der Frage sofort sicher ausgesprochen werden dürften, entspringen einem Patriotismus, der trotz aller NackenscHäge zu Kreuze kriecht. Wenn aus unserem Verhalten in dieser Angelegenheit dem deutschen Heere wirklich vielleicht ein Nachteil entstehen könnte, so dürfen wir ruhigen Gewissens die Schuld an diesen Zuständen dem deutschen Volke zuschieben. Kein Jude sage, daß wir mit dem Verzicht auf die Zugehörigkeit zum Sanitätskorps der Reserveoffiziere dieselbe Politik trieben, wie wenn die russischen oder rumänischen Juden auf den Militärdienst verzichten wollten. Denn hier handelt es sich asm eine Pflichterfüllung, die von jedem Staatsbürger verlang! wird, dort um eine freiwillige Handlung, zu der sich niemand anzubieten braucht, der so ehrenrührig behandelt wird wie wir. Wenn wir stolz darauf sind, daß manche sehr angesehene Judem auf Ehren und Vorteile verzichtet haben, weil diese jedem amderen Stammesgenossen wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentum versagt sind, muß auch hier ein jeder von uns die Konsequenz ziehen. Indes bin ich selbst nicht vollkommen von der Richtigkeit meiner Auffassung in dieser Frage überzeugt, da sie manche Juden vielleicht als politisch unklug bezeichnen würden. Ich hielte es daher für wünschenswert, .wenn andere Bundesbrüder zu diesem Thema das Wort ergriffen. Die zionistischen Korporationen in Oesterreich Aus einem Bericht an den Altherrenbund der Maccabaea Von M. B i 1 e s k i (Maccabaea A. H ), z. Zt Wien ... Es wird den A.H.B, besonders interessieren, wie sehr man hier im zionistischen Leben das Fehlen einen geschlossenen Gruppe im gleichen Geiste erzogener Akademiker merkt. Der Zionismus wird hier von ganz wenigen Personen gemacht, die, trotzdem einzelne, wie z.B. Stricker, von hervorragenden Qualitäten sind, die vorhandenen großen Möglichkeiten in