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Der jüdische Student · 1913-07-30 · Heft 4 (30.7.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 4 (30.7.1913)
Date
1913-07-30
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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114 Der Jüdische Student wenigen Jahren überall eine genügende Anzahl von Sportleitern vorhanden ist. Für die B. J. C.-er hat der Sport noch den besonderen Vorteil, daß er im Gegensatz zu dem Korporationsturnen auch in den Ferien, die doch ziemlich die Hälfte des Jahres ausmachen, von den einzelnen in der Heimat weiter betrieben werden kann, denn es dürfte sich fast allerorts Gelegenheit zum Schwimmen, leichtathletischen Uebungen oder anderen Sportarten finden. Einen weiteren Vorteil für den B. J. C. erblicke ich darin, daß die sportlich tüchtigsten Bundesbrüder zu akademischen und auch allgemeinen Wettkämpfen antreten könnten, ein Moment von großer propagandistischer Wirkung vor allem auf das jüdische Publikum, und ganz im besonderen auf die jüdische Studentenschaft. Müssen wir doch auch bedenken, daß bei der großen Ausbreitung, die der Sport gegenwärtig in Deutschland gewinnt, so mancher recht geeignete Keilfux uns verloren gehen kann, wenn er als V. j. St.-er seinen sportlichen Passionen so wenig nachgehen kann. — Ich hoffe, daß ich durch das, was ich hier über Sport im B.J. C. gesagt habe, nicht den falschen Eindruck erweckt habe, als ob ich unsere jüdischen und korporativen Ziele mehr in den Hintergrund gerückt wünschte und den Sport zum Haupttätigkeitsgebiet der V. J. St.-en machen wollte. Ich sehe vielmehr in dem Sport neben dem Selbstzweck ein hervorragendes Mittel zum Zwecke, ein Mittel gerade zur Erreichung unserer korporativen und jüdischen Ziele. Ich würde es begrüßen, wenn unsere korporative Geselligkeit mehr auf sportliches Gebiet verlegt würde, und ich glaube, daß der dadurch ermöglichte innigere Verkehr der Bundesbrüder die jüdische und persönliche Erziehung der einzelnen in hohem Maße fördern würde. Sollen Juden Sanitätsoffiziere werden? Von Moses Barinba uni (Königsberg A. H.), Berlin Bei jeder Judendebatte im Reichstag drängt sich mir immer unwillkürlich die Frage auf, warum wir jüdischen Aerzte uns nach der ersten sechswöchentlichen Uebung zur Wahl stellen lassen. Es herrscht wohl in allen Kreisen Einigkeit darüber, daß die Militärbehörde diese Ausnahme in der Beförderung jüdischer Soldaten nur der Not gehorchend macht. Ich stelle daher den Vorschlag zur Diskussion, ob wir Mediziner nicht auf diese „Ehre" verzichten sollen, obwohl ich weiß, daß dieser Verzicht eine starke Anforderung an unsere Eitelkeit stellte. Ich bin etwa nicht der Ansicht, daß wir durch diese Maßnahme das

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