Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (30.6.1913)
- Date
- 1913-06-30
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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90 Der Jüdische Student An demselben Tage schrieb die Friburgia folgende zwei .Briefe an den V. J. St.: Königsberg i. Pr., 27. V. 13. Unsern Gruß zuvor! Unterfertigte teilt einem verehrlichen „Verein Jüdischer Studenten an der Albertina" folgendes geziemend mit: Nach Unterfertigter heute zugegangenen ganz zuverlässigen Infor- mationeuhat Herr cand. med. Katzenellenbogen das ganze Sommersernester KOQ hindurch und wahrscheinlich auch noch in dem folgender; Wintersemester gelochten. . Danach beruhen die von Herrn cand. med. Rosenbaum und dem Herrn Vertreter des „Vereins jüdischer Studenten'* im E. G. unter Ehrenwort gemachten Angaben, Herr Katzenelnbogen habe höchstens vier- oder fünfmal am Fechtboden teilgenommen; auf Unwahrheit. Unterfertigte sieht sich daher veranfaßt, mit dem „Verein Jüdischer Studenten an der Albertina" jeden studentischen Verkehr wegen unwahrer Angaben in Fechtangelegenheiten abzubrechen. Die im IC C. renonc. Verbindung „Friburgia". ggz. W. Lehmann.. LA, Kurt Laser, S.W. Königsberg i. Pr., den 27. V. 13. Einem verehrlichen Verein Jüdischer Studenten an der Albertina teilt Unterfertigter geziemend mit, daß dem Austrag der noch hangenden Partien von Seiten der Unterfertigten nichts entgegensteht, da sie vor dem Abbruch des studentischen Verkehrs genehmigt sind. Die im K, C. renonc. Verbindung „Friburgia". ggz. Lehmann. I.A. Kurt Laser, S.W. Es . hingen zur Zeit der Verrufserklärung noch je zwei nicht ausgetochtene Partien von den erwähnten sechs und außerdem zwei Weitere Partjen zwischen Chargierten der Verbindung „Friburgia" und einem andern V. J. St.-er, der wegen Beleidigung der Verbindung „Friburgia" persönlich Geforderter war. Auf die nunmehr sofort der „Friburgia" übermittelte Erklärung, dal> unsere IMmdesbrüder ihrerseits bereit seien, anzutreten,antwortete nunmehr dieVerbindung„Friburgia" folgendes: Königsberg, den 1. IV. 13. Merrn stud. med, Peritz Iiier. Unter Bezugnahme auf Punkt II des Schreibens des „Vereins Jüdischer Studenten'* vom 29. V. muß Unterfertigter nun die Austragung der vor dem Verruf genehmigten- Chargiertenpartien ablehnen. Dem Austrag der hängenden persönlichen Partie Katzenellenbogen steht nichts im Wege. Die im K. C. renonc.=—Verb. „Friburgia<f. .~ - LA. Kurt Laser, S.W. „Punkt II" des Schreibens vom 29. V. hatte gelautet: Die Verhängung des Verrufs gegen Unterfertigten auf Grund solcher ad hoc beschaffter Informationen zeugt von einer solchen Gesinnungsart, wie sie bislang an deutschen Hochschulen nicht ihresgleichen findet.