Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (30.6.1913)
- Date
- 1913-06-30
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 91 Was „Punkt II" des Schreibens damit zu tun. haffe> daß die Verbindung F r i b u r g i a M ensuren, die sie soeben selbst angeboten hatte, auf einmal ablehnte, sobald unsere Bundesbrüder sich zu ihrem A u s t r a g bereit erklärten, ist unverständlich. Um jedoch der Verbindung Friburgia jeden Einwand gegen den Austrag der vier persönlichen Partien zu nehmen, traten die betreffenden beiden Bundesbrüder aus dem V. J. St. aus und drangen nunmehr unter Hinweis auf ihr vor dem E. G. gegebenes , Ehrenwort, sich seinem Spruche zu fügen, nochmals auf den Austrag der Partien. Die Friburgia lehnte wieder den Austrag aller Partien mit Ausnahme der Partie gegen Katzenehenbogen ab. Sowohl die Friburgia wie der V.J. St. haben eine Darstellung der Angelegenheit den Korporationen übersandt. Man kann sich nach der ganzen Sachlage des Eindrucksnicht erwehren, daß es der Friburgia darauf ankam, sich um die Austragung der weiteren Partien herumzudrücken, nachdem sie erkannt hatten, daß unsere Bundesbrüder den ihren im Fechten überlegen seien — es wären nämlich auf beiden Seiten auch bei den weiteren Partien im wesentlichen dieselben Leute angetreten! Irgend ein Grund zum Verruf lag für die Friburgia nicht vor, da die Angelegenheit Katzenellenbogen im E. G. ausführlich besprochen und neue Moniente nicht zu Tage getreten waren, Unrichtig ist insbesondere die Behauptung der Friburgia, daß Rosenbaum und ein Vertreter des V.J. St. im E.G. die Angabe gemacht haben, K. habe höchstens 4—5 mal gefochten.! lirschbruch, der eine derartige Aeußerung getan hat, war nicht Vertreter des V.J. St., sondern Ehrenrichter, und seine Angabe ist überdies sofort von Podbielski berichtigt worden. Trotzdem also in dieser Sache das Recht auf unserer Seite ist, wäre es uns doch Heber gewesen, wenn dere Verruf sich hätte vermeide!; lassen •— nicht nur, weil an sich Verrufserkiärungen unier jüdischen Korporationen nicht zu billigen sind, sondern besonders auch im Hinblick auf die Münchener Affäre. Vielleicht hätte sich der Verruf vermeiden lassen, wenn der V. J. St. Königsberg von Anfang an den Weisungen des Präsidiums Folge geleistet hätte. Wir hatten dem V. J. St. Königsberg geraten, auf den ersten Brief der Friburgia lediglich eine sachliche Aufklärung zu geben und keine Chargenpartien zu übersenden. Das wäre vielleicht weniger schneidig, aber bei der ganzen Sachlage zweckmäßiger gewesen. Der V. J. St.--Königsberg hat geglaubt, unsern Rat, um den er uns gebeten, nicht abwarten zu müssen. Weiche Konsequenzen das . Präsidium aus solchem Verhalten der Kärfellvereine zieht, ist aus dem Sitzungsprotokolle zu ersehen. . - . F^T^