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Der jüdische Student · 1913-06-30 · Heft 3 (30.6.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 3 (30.6.1913)
Date
1913-06-30
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Der Jüdische Student 85 ihnen die breite Basis mitkämpfender und mitarbeitender Alter Herren erhalten, auf die wir uns unbedingt veiTassen können? Können wir in dieser Beziehung zu unseren Chargierten das nötige Vertrauen haben? Unsere Chargierten siid gewiß gute V.J. St,-er, brave, liebe Jungen; aber sie sind dodi zum größten Teil noch zu jung und zu unerfahren, es fehlt ihren insbesondere die nötige Menschenkenntnis, als daß sie in stände waren, 15 bis 20 erstsemestrige Füxe wirklich zu erziehen. Und deshalb glaube ich hier, drei Forderungen aufstellen zu müssen.: 1. Jeder Bursch — insbesondere aber die älteren — muß sich dauernd der großen Verantwortung bewüSfe sein, die wir auf uns nehmen, wenn wir die jungen Muli, fri-ssh wie sie von der Schule kommen,' an uns locken, um sie im Sinne unserer Anschauung zu-beeinflussen. Da muß ein jeder an sich selbst dauernd arbeilen.....- aber nicht, um dann als grö&r Führer neue Richtungen innerhalb des B.J. C. zu begründm—, sondern damit wir den jungen und jüngsten Bunciesbrüdan etwas bieten können, von denen wir doch soviel verlangen: &ß sie nämlich die schönste Zeit ihres Lebens in den Dienst unserer Idee stellen, die Zeit, die andere junge Studenten zmi frohen, von keines Gedankens Blässe angekränkelten Lebensgenüsse verwenden. Pieses Verantwortlichkeitsgefühl seteiut mir noch nicht bei allen Bundesbrüdern genügend ausgefragt zu sein; sonst wäre es nicht zu verstehen, wie man dielkiappe uns zur Verfügung stehende Zeit dazu benutzen kann, uro den Füxen — die noch kaum Zionisfen geworden . sind! — etwas von den neuesten Richtungen innerhalb des B. J. C. zu erzählen, von denen sie noch früh genug erfahren werden. 2. Aus der Erkenntnis der Bedeutung unseier Erziehungsaufgabe und der — selbst unter den günstigsten ^Umständen vorhandenen ----- Unzulänglichkeit unserer Aktiven erwächst für mich das Postulat an die Redaktion des J. St., daß unsere Zeitschrift mehr und mehr sich ihrer Aufgabe als Erziehungsorgan bewußt wird. Arn idealsten wäre es —- das habe ich ail! meiner Reise erkannt —, wenn ein Bundesbruder es sich zum Berufe machte, von Kartellverein zu Karteliverein zu ziehen, um mit den einzelnen Vereinen deren Sorgen zu besprechen, Ftocenstunden zu geben, Burschendiskussionen abzuhalten und übsati Anregungen zurückzulassen; Felix Rosenblüth wäre m. E. Hierzu der geeignete Mann. Da dies aber aus mehrfachen ©-runden nicht möglich ist, müssen wir auf die Einwirkung durdte das gedruckte Wort besonders Gewicht legen. Aus der"Auffassung des J."St." als Erziehungsorgan ergeben sich für die Sfedäktionzwei Forderungen: es müssen in größerem Umfange als bisher Erziehungsartikel erscheinen, die einmal unmittelbar auf die Füxe zu wirken vermögen und ferner den Burschen Stoff und; Anregung zu Gesprächen mit Füxen und unterenander geben.

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