Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (30.6.1913)
- Date
- 1913-06-30
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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S4 Der Jüdische Student Mirjam. Von Ludwig F. Meyer, (V.J. St. Breslau) Der Kuß, den icl) auf deine Lippen brenne, Üüard fcr;on geküßt von unferm Hhnenblnt. Sc K'fjßtc Bous einft auf feiner.Cenne Die blondgelockte Königsniutter Rutl), Und fo der ßirt die endlicb il}m geeinte Scb\varzl)aarTgo, füße Jungfrau Sulamitl), Um die ein König bittre Cranell weinte, Cüie uns gefcrjrieben fterjt im borgen Lied. So küßten unfre Jirjnen irjre Frauen Und fie vergaßen dabei jeder Qual. RH unfre i\f;nen auf uns niederfcbauen — Du Jüdin Mirjam, küß mid; nod) einmal. VOM PRÄSIDIUM Zur Lage unserer Kartell,vereine Ich habe innerhalb eines Zeitraums von vier Wochen sämtliche Kartellvereine mit Ausnahme von München und Königsberg als Vertreter des Präsidiums — teils offiziell, teils offiziös — besucht; und wenn mein. Aufenthalt bei einzelnen Vereinen auch nur kurz bemessen war, so glaube ich doch, daß es mir möglich gewesen ist, fast überall einen genügenden Einblick in das Vereinsleben zu gewinnen, daß ich mich für legitimiert halte, hier über die Lage unserer Kartellvereine zu urteilen. Bevor ich mich den einzelnen Vereinen zuwende, seien einige allgemeine Bemerkungen vorausgeschickt. Ich habe bei meiner Rundreise den Eindruck gewönnen, daß unser Menschenmaterial sich in der letzten Zeit erfreulich gehoben hat. Es gelingt uns anscheinend allmählich mehr und mehr, auch die „gewandteren, lebenserfahreneren Jungen aus den oberen 500 000"," von denen Goldstein im Aprilhefte sprach, zu gewinnen. Die Korona der Füxe und Jungburschen machte auf mich jedenfalls in sämtlichen Vereinen einen außerordentlich sympathischen Eindruck. Ein Oedanke aber ließ mich des Anblicks unserer Jungens in den süddeutschen Kartellvereinen nicht so recht froh werden,, und das war der: Wird es uns möglich sein, alle diese jungen Menschen, die wir durch die Kraft unserer Idee und durch den Schwung unserer Begeisterung gewonnen haben, wirklich zu gut durchgebildeten V. J. St-ern zu erziehen? Werden wir aus