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Der jüdische Student · 1913-06-30 · Heft 3 (30.6.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 3 (30.6.1913)
Date
1913-06-30
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der Jüdische Student Sl .Aber dieser Kulturträger ist voll Glücks über sem Los; und seine schöne Frau desgleichen. Sie sagte mir: „Je<fe jüdische Frau, die gelernt hat zuarbeiten, wird sich in Palästka glücklich •fühlen; aber nur eine -solche." Und als wir heute in der musterhaften Kämpfergemeinde Katra den wackeren Kolonisten Homberg fragten, ob er zurück möchte nach Odessa, erwiderte er stolz: „Nach Pogromrußland? Nein! In Erez Isimel bin ich ein freier Mann." — Droben auf der Höhe, in dem alten, verlassenen türkischen Wachtiurm, haust ein Schomer, «in brauner Gesell mit Büchse und Patronengurte), ein verwegener Held, zu dem die Dorfjugend in abgöttischer Verehrung aufblickt, und dem die Altenfreudig die Hand schütteln. Von den Zinnen seines Turmes schweift der Blick weit übers LansE: da. liegt Ekrön, da Katra, da Wadi el chanin, da Rischon! Sonnenübergossen. Und sehnlich wird der Wunsch in uns wach: Dehnen soll sich das jüdische Land und recken und strecken, daß der Jude dem Juden die Hand reicht von Dorf zu Dor% über Stadt und Land und ganz Erez Israel. J e r u s a 1 e m den 1. -April 1913 Gestern fuhren wir in aller Frühe nach Jericho hinab, .Schroffe Felsen wechseln mit grünen Hängen, wo Beduinen ihre Hammelherden weiden und Störche in großer Zahl gravitätisch umherspazieren. Ab und zu schießt ein Ksnich durch die Luft. Die Straße fällt immer mehr. Wir steigen aus und lassen die Wagen weiterfahren. Wir biegen vom Wege ab und durchwandern das Wadi el Kelt, ein Tal von wilder Schönheit, ■ durch das ein schäumender Bach rauscht. Hier am Bache Krüh .zwischen den steil abfallenden Felsen saß Elia im tiefer Einsamkeit, von den Raben mit Speise versorgt. Und jetzt haben moderne Eremiten, fromme griechische Christen, ihre Vogelnester an die Berge geklebt, kaum sichtbar. IFer erst weil] man, was Einsamkeit ist. Ein Bußkioster hän^s an einem Felsen, ganz mit dem Stein verwachsen, von Lahnen umsäumt. 'Große Kreuze sind an die Felswände gemalt, da rufen die verstorbenen Brüder. Ein Schakal springt plötzlich im ein Felsenloch. — Auf einmal öffnet sich das Tal, und tief umten in der weiten Ebene liegt Jericho, sonnenbestrahlt. Wir steigen bergab. Da unten am Berge liegt noch das Haus, in dem Ilahab Josuas .Kundschafter barg. Wir linden unsere Wagen wieder und fahren zum Toten Meer. Es scheint zum Greifen nah. So .durchsichtig ist die Luft. Die Fahrt dauert aber zwei Stunden in schnellem Trab. Eine frische Brise umweht mns. Meist herrscht hier sengende Hitze. Jetzt ist's wunderbar angenehm. •Endlich sind wir am Ufer. Das Wasser ist durfkelblau und .treibt Wellen. Tot ist hier nichts*- ein liebliches Landschafts-

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