Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (30.6.1913)
- Date
- 1913-06-30
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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S2 Der Jüdische Student bild, im Hintergrund die hellblauen Moabiterberge. Schnell die Kleider aus und ins Wasser. Man schwimmt, ohne sich zu rühren, der starke Mineralgehalt. trägt uns. Das Bad war köstlich. Dann gehfs zum Jordan, wir rudern zwischen grünem Batimwerk gegen die starke Strömung. Plötzlich steigen steile Felsen am Ufer empor, die in der Sonne grellrot leuchten. Gleichmäßig tauchen die Ruder ins Wasser, und unser Kutscher, ein Sephardi aus Bagdad, der vorn im Boot sitzt, singt sinnend hebräische Lieder. Wir baden nochmals unter dichtem Buschwerk im Jordan und spülen die Salzkristalle des Toten Meeres ab. Und dann geht's wieder nach Jericho in schnellem Trab. Zurück schweift der Blick zu den zart-heliotrop-farbenen Bergen, von den letzten Strahlen der Sonne beschienen, von lichten Wolken gekrönt. Wir bleiben in Jericho, nachts geht ein Regen nieder. Heute in aller Frühe wieder auf. Als wir auf der Höhesind, bricht die Sonne durch. Mächtig geht sie auf und bestrahlt das Tal und den See. Noch einen Bück, dann weiter hinauf nach Jerusalem. Unser Sephardi, ein schöner, starker,, treuherziger Kerl, der in der Frühe im Pferdestall Tephillim gelegt hat, singt und singt. Dann .erzählt er uns hebräisch ein Erlebnis: Er hatte christliche Reisende nach Haifa zu fahren. Sie wollten Sonnabend in Nablus bleiben, beschlossen dort aber plötzlich, die Falnt sogleich fortzusetzen. Der Sephardi weigerte sich, er fahre am Sabbath nicht, auch seine Pferde führen nicht; er sei Jude, seine Pferde seien auch Juden; denn es heißt: Du. sollst ruhen am Sabbath und auch dein Vieh. Als er standhaft blieb, boten ihm die Reisenden eine größere Summe an. Er aber entgegnete, er fahre nicht, und wenn sie ihm ein Vermögen gäben. Sie mieteten einen andern Wagen. Aber Gott tut Wunder. A\< sie eine kurze Strecke zurückgelegt hatten, brach ein Rad. Sic kehrkn nach Nablus um, warteten den Sonnabend über dort und fuhrei) am nächsten Tag mit unserm Sephardi;. bei dem Gott war, weiter. Gediente von 13e111 riSamuel So wird es sein Ich will dir faejen, wie es kommen wird. /\n einem Frübiingsabend wird es fein, Mit kühlen Künden und mit blaffen Sternen, Verfd}Iufen werden die Cypreffen nicken Und von den Gärten wird ein Duften gehn, Da wird das Lied von unfern Leiden klingen. Ein Frauenmund mit roten Blumenlippen, Um die der bauch verraufebter Kliffe weht,