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Der jüdische Student · 1913-04-28 · Heft 1 (28.4.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 1 (28.4.1913)
Date
1913-04-28
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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wesen wäre, nachdem der Licaria die Namen der falschen Chargierten einmal angegeben waren. Wir erteilten dem V.J.St. München telegraphisch nur noch die Weisung: Der Licaria nach der "Partie von Bbr. Salomon Satisfaktion anzubieten, um die Austragung der beiden anderen Partien zu vermeiden. Dies geschah auch; da jedoch Salomon abgestochen hatte, lehnte die Licaria die ihr angebotene Satisfaktion ab. J. und L. wurden abgeführt. Wie es weiter kam, hat die Licaria in einer internen Beilage zu den K. C.-Blättern, die einem Bundesbruder von einem K. C.-er zur Verfügung gestellt worden ist, ihren Kartellbrüdern folgendermaßen beschrieben : „Damit wäre nun die Sache erledigt gewesen, wenn sich nicht durch zufällige Mitteilungen, die -wir von Kartellbrüdern erhielten, herausgestellt hätte, daß die von dem V. J. St. uns als ihre Zweit- und Drittchargierfen angegebenen Mitglieder gar nicht ihre Zweit- und Drittchargierten waren, ja gar nicht einmal in München immatrikuliert waren und sich auch nicht in München aufhielten, sondern daß sie sich seit Semestern in Königsberg bczw. Heidelberg aufhielten und auch dort immatrikuliert waren. Wir haben uns infolgedessen veranlaßt gesehen, bei dem V.J. St. anzufragen, ob die Herren, welche gefochten hätten, ihre Chargierten seien, da wir gehört hätten, daß dies nicht der Fall sei. Diese Anfrage wurde von unsenn Erstchargierten persönlich im Cafe des V.J. St. gestellt; der mit ihm verhandelnde V. J. St.-er (drittes oder viertes Semester) bejahte zuerst die Anfrage. Auf Vorhalt, daß diese Herren gar nicht hier immatrikuliert gewesen seien, noch sich hier aufhielten, erklärte er zuerst, daß sie sowohl hier immatrikuliert gewesen seien, als sich auch hier aufhielten, Erst, als unser Erstchargierter fest erklärte, daß ihm das Gegenteil bekannt sei, bemerkte der V. J. St.-er, sie hätten sich jedenfalls während der Partie hier aufgehalten. Unser Erstchargierter erklärte hierauf, das habe er gesehen, und bemerkte weiter: „Können Sie uns jetzt sagen, welche Ihre Chargierten sind? Sie müssen das doch wissen!u Daraufhin antwortete der V!"J. St.-er: „Ich kann Ihnen darüber keine genaue Auskunft geben, da ich über die Sache nicht genau orientiert bin. Wir werden Ihnen morgen Bescheid geben.<: Am anderen Tage kam ein anderer V. ]. St.-er ins Cafe und erklärte, daß sein Konvent noch nicht da sei, daß er nicht befugt sei uns definitive Antwort zu geben, da die Verhältnisse sehr verzwickt seien. Wir warteten hierauf mehrere Tage. Es kam dann ein V. J. St.-er in unser Cafe, der mit unserm Erstchargierten Rücksprache nahm. Der V. J. St.-er erklärte, es sei lediglich eine Bummelei von ihnen. Sie hätten am Anfange des Semesters geglaubt, daß die beiden Herren (die als Zweit- und Driüchargierte angegeben waren) dieses Semester nach München kommen würden, und sie seien daraufhin -zu Chargierten gewählt und an der Universität angegeben worden. Die Herren hätten sich erst nachträglich entschlossen, in Königsberg bezw. Heidelberg zu bleiben. Man hätte vergessen, andere Chargierte auf der Universität anzugeben und hätte dann schließlich die Herren antreten., lassen. Daß dies nur eine Ausrede war, um die von uns aufgedeckte Unwahrheit zu bemänteln, ergibt sich schon aus dem Verhalten der beiden V.J.St.-er, mit denen zuerst verhandelt worden war. Unser Erstchargierter erklärte hierauf, er werde dies seinem Konvent mitteilen. Unsere Verbindung wurde also in einer studentisch unhouorigen Weise bei Nennung der Chargierten vor Austrag der Partie getäuscht, und nach dem Austrag der Partie hat der V.J. St. diese Täuschung in unhonoriger Weise aufrecht zu erhalten gesucht. Auf Grund dieser Vorfälle wurde von unserer Seite der Verruf gegen den V.J. St, wegen im-

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