Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1913-04-28 · Heft 1 (28.4.1913) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 1 (28.4.1913)
Date
1913-04-28
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3537599-3537704-3537705--2806-3540906
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Jüdische Student 23 weshalb hier jemand so gesucht und gekünsMt etwas zu sagen sieh bemüht, was von Herzl längst so vet klarer und kraftvoller gesagt worden ist, und es steigt einen, wie so oft bei der Lektüre Buberscher Schriften, der Verdreht auf, es mühe sich hier ein Geist, der auf seine Differenziertheit überaus stolz ist, ein „feineres" Judentum herstellen, äfe es der viel einfachere, aber eben darum wirklich sehöfiferrsche und geniale Herzl schuf. Wahrscheinlich hat ß über irgendwo in seiner weitverzweigten Seele auch ein Stückchen harilmütiger Verachtung für den „Programmenschen", den ^Mitiker und Organisator Herzl, und er vergißt, daß ohne Herd! es auch für Buber kein Publikum gäbe. Und wo blieben auch unsere Individualisten und „feinen Menschen" ohne die -weniger feinen, die die sogenannte Arbeit leisten? Also: der Individualismus kann erst i n n^r halb des Zionis inus, n i c h t schon v o r h e r beginnen. Bis muß immer mit aller Schärfe hervorgehoben werden. Es -silieint p, daß auch Fink sich diesem Gedanken nicht'ganz verschließt, aber er entscheidet sich nicht klar für ihn und zieht jedenfalls keine Konsequenzen daraus. Und noch eins muß gegen Finks Ausführungengesagt werden: So schreibt nur ein Zionist, &v an die Realisierung des . Zionismus im Grunde nicht zm glauben vermag. Nur der kann den Zionismus, dieses wumiervoile Stück Leben, zu einem Symbol, zu einem so blasen und blutleeren Begriff verflüchtigen. Uns anderen ist dfer Zionismus der zähe Lebenswille unseres Volkes, von dem \mK. zu unserem Glück, in uns selber etwas spüren; uns ist Palästina nicht ein Fahnentuch, sondern ein Land, im Osten des Mäelmeers, mit Bergen und Tälern und Flüssen und Städten, das wir mit allen Mitteln für unser Volk haben wollen. Und ich möchte fragen: wer vermag mehr Leben, und Farbigkeit in «J&n B. j. C. zu bringen, jene ausgeschiedenen Leute, die Fink anfifct, (ich kannte einen von ihnen, und schätze ihn erheblich weniger als Fink es tut! Uebrigens ist keiner von den dreien aus „Teidenzgründen" ausgetreten), oder unsere Jungen, die jetzt dirch Palästina wandern und, wie wir wissen, mit einer tiefen Siebezu dem Lande hierher zurückkehren? Von welchen wird sich derjenige, der auszieht, Menschen im B. J. C. zu suchen, befriidigter fühlen? Mir können die Leute, die aus dem B.j|.G. mit einem degoüt ausschieden, nicht imponieren. Ich wlfi gewiß nicht bestreiten, daß der B.J. C. einen Menschen von rÄhen geistigen Interessen nicht allseitig befriedigt, daß wir für unseren intimsten Verkehr auch als V. J. St-er uns die""Menschen rach freiem Belieben suchen — aber wer durfte etwas Antees. erwarten? Gab uns (und jenen) der B. J. C. nicht genug, als er uns zu Zionisten machte, und sind wir dadurch nicht an ihn moralisch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.