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Der jüdische Student · 1913-04-28 · Heft 1 (28.4.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 1 (28.4.1913)
Date
1913-04-28
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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24 Der Jüdische Student gebunden? Eins ist allerdings richtig: Zionist zu sein, das bringt heutzutage mit sich, daß man um der Sache willen in vielen Beziehungen, materiellen und geistigen, resigniert. Da scheint es mir männlicher und tüchtiger, diese Resignation sich abzuringen, als den B. J. C. — und damit in der Rege! in der weiteren Folge auch den . Zionismus — zu verlassen und sich, nach Bubers Weisung (und . wie es Buber, der allerdings mit dem Rechte seiner Begabung, tatsächlich getan hat), der Versenkung in sich selbst hinzugeben. Sie soll uns, angeblich, schließlich zu dem führen, was in uns produktiv wird, unddas soll dann das Jüdische sein. Ich fürchte nur; es wird nichts produktiv werden. Besser und befriedigender dürfte es für uns sein, wenn wir, statt uns der Kontemplation zu widmen. — für die uns nach erfüllter Pflicht Muße genug bleiben wird — uns die Aktivität abnötigen, zu der unser Organismus im Stande ist, ohne daß wir ihm Gewalt antun. Diese Forderung des Tätigwerdens, des Parteinehmens, die ja nicht nur für uns am Anfang aller Dinge steht, ist das politische Programm,das der B.J.C. heute aufstellt; Programmlosigkeit, die ihn zu einem Treibhaus von Individualitäten oder „feinen Menschen" ausarten ließe, dagegen der wirkliche Todfeind alles Lebens und Schaffens. Was der B. J. C. in dem heutigen Stadium seiner Entwicklung an seinen Leuten erreicht, muß erst abgewartet werden; die Resultate früherer Zeiten und die der österreichischen Korporationen dürfen nicht herangezogen werden; denn der B. |. C. hat sich nun einmal in den letzten Jahren neue und eigenartige Formen geschaffen, für die sich wohl kaum Vergleichsmöglichkeiten in der bisherigen Geschichte der zionistischen Bewegung finden lassen. Und auch dem K.Z.V. muß man gerechter werden als Fink. Seinen Wert muß man nach den Zionislen bemessen, die es hervorbringt, und nicht schematisch aus dem Tendenzparagraphen ableiten. Erich Cohn

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