Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 1 (28.4.1913)
- Date
- 1913-04-28
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 7 aktiv geworden —, und sogar im B. J. C. fängt seine mangelhafte Erziehungsarbeit bereits an, sprich wörtlich im. werden. In Freiburg existiert ein Verein überhaupt nur im Sommer, und auch im Sommer ist das Gelingen eines Semesters vom Zufall abhängig, davon nämlich, ob ein tüchtiger Erstehargierter hin überwiesen wird oder nicht Von den Ißistungen des V. J St. Bonn war man im Kartell ziemlich durchdrungen, auf dem K. T. hat er indessen entsetzlich enttäuscht,--da von irgendwelcher Geschlossenheit der Bundeshrücbr oder einer intensiven Arbeit nichts zu spüren war. Käuflich ist der V. J. St. Heidelberg noch zu jung, als daß man über ihn schon ein Urteil fällen könnte. Bleiben übrig" die beiden Berliner Vereine und der V. J. St. Königsberg. Aich von diesen bieten indessen eine .einigermaßen sichere Garantie für eine regelmäßig erfreuliche Arbeit nur die Maccalbaea und der V. J. St. Königsberg, während, im V. j. St. Hfe e r 1 i n dank der bisher dort geübten Tradition der Tradifiasnlosigkeit das Gelingen eines Semesters gleichfalls mehr odsr weniger eine Sache des Zufalls ist. t Man wird nicht behaupten können, daß das Ergebnis, daß man sich von zehn Vereinen nur auf zwei verlassen kann, erfreulich sei. Nur in diesen beiden Vereinen luden wir die Geschlossenheit, das einheitliche Zusammenarbeiten von Alten Herren und Aktiven, die eine ruhige, stetige, von keinen Konventsüberfällen g e t ri> b t e Entwicklung und damit eine gl e i c h mä ß i g e , allseitige Erziehung gewährleisten. Mu* der V. J. St. Königsberg (vielleicht kann ihm hierin der V.J. St. Straßburg an . die Seite gestellt werden; von den Berlinar K. V. ist es selbstverständlich in diesem Maße nicht zu vertagen) spielt in der Bürgerschaft die Rolle, die ein V.J. St. zu speien hat, Und nun .im Einzelnen: Da ist zunächst einmal die Chargenbesetzung. Damit ein Semester gut verlaufe, ist ein gut besetzter C. C. unbedingtes Erfordernis, und ein C. C, der nicht auf jedem Konvent wechselt. Dechargieatrngen dürfen nur ganz ausnahmsweise vorkommen. Nun srhe man sich einmal die J. St.-Berichte der letzten Semester an, und man wird finden, daß gerade die Hälfte aller Chargen rrn Laufe eines Semesters sich ändern! Man halte das Aufmerten hierauf nicht für eine Aeußerlichkeit. Es verbirgt sich dahinter erstens einmal ein Ränkespiel und Politiktreiben, wie es die Eisßeitlichkeit, die eine Kampfesorganisation erfordert, nicht dulden dürfte. Zweitens ist diese Tatsache ein Beweis dafür, daß uns dir Leute fehlen, die zu diesen Aemtern geeignet sind Und wie steht es mit unserer Erziehung? Bilden wir wirklich unsere Füxe so aus, daß wir gelrosä auf sie bauenkönnen, weil wir sie im Vollbesitze des geistigen Rüstzeugs