Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 12 (31.3.1913)
- Date
- 1913-03-31
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 443 VOM PRÄSIDIUM Unser Verhältnis zum K. Z.V.*) Das Verhältnis zum K.Z.V. war in der letzten Zeit nicht so herzlich, wie man es nach den vielfachen Versicherungen bei Antrittskneipen usw. annehmen sollte. Es sollen hier nicht die einzelnen Fälle aufgeführt werden, in denen die K.Z.V.-er mit unlauteren Mitteln gegen uns gekeilt haben. Gesündigt wird beim Keilen wohl auf beiden Seiten, und im allgemeinen sind die Keilreibereien nicht tragisch zu nehmen. Gegen eine Keilmethode der K. Z. V.-er aber glaubten wir energisch einschreiten zu müssen, und zwar dagegen, daß die - K. Z. V.-er die gesellschaftliche Ueberlegenheit ihres Kartells über den B.J. C. behaupten. Das werden.vyir uns nicht länger gefallen lassen. Wir bitten alle Bundesbrüder, uns von der Anwendung einer solchen Keilmethode stets schleunigst in Kenntnis zu setzen. Berechtigte Erbitterung gegen das K. Z. V. hat unter unsern Bundesbrüdern das Verhalten des K. Z.V. in Satisfaktions¬ und Mensurangelegenheiten hervorgerufen. Es ist wohl bekannt, daß das K. Z. V. uns vor einiger Zeit den Entwurf eines Abkommens zur Regelung von Ehrenhändeln zwischen K. Z. V.-ern und V. J. St.-ern vorgelegt hatte. Nachdem dieser Entwurf von uns eingehend durchberaten war und als gerade der Abschluß des Abkommens nahe bevorstand, zog plötzlich das K. Z. V. den von ihm ausgegangenen Vorschlag zurück, weil er den Prinzipien der K. Z. V.-Verbindungen widerspreche. Wenn nun auch schon bedauerlich war, daß wir nach dem Scheitern dieser Verhandlungen bei Ehrenhändeln mit K. Z. V.-ern nicht in anderer Weise vorgehen konnten als bei Ehrenhändeln mit irgendwelchen anderen Korporationsstudenten, so konnte man sich immerhin doch damit trösten, daß das lediglich aus V.J. St.-ern und K. Z. V.-ern zusammengesetzte Ehrengericht im einzelnen Falle zu einer der Stellung unserer Verbände .entsprechenden Beilegung der Angelegenheit kommen werde. Jetzt aber ist die Situation geradezu unhaltbar geworden durch den Beitritt einzelner K. Z. V.-Verbindungen zu den an fast .allen Universitäten gegründeten „schwarzen Ringen", in die unsere Vereine wegen ihrer Stellung in der Satisfaktionsfrage . nicht aufgenommen *) Die Bundesbrüder wollen mit dem Inhalt dieses Berichts vorsichtig und diskret umgehen, also ihn nicht K. Z. V.-ern vorlesen, auch nicht einmal die Uebcrsehrilt zeigen. Die berichteten Vorfälle können zum Keilen gegen das K.Z.V. verwendet wenden, ohne daß von diesem Abcruck etwas erwähnt wird. .