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Der jüdische Student · 1913-03-31 · Heft 12 (31.3.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 12 (31.3.1913)
Date
1913-03-31
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der Judische Student 435 Palästinakuiide Von- Oaston Salomon, Straßburg Ich möchte auf eine wunde Stelle hinweisen. Vor drei Semestern wurde auf K. T.-Beschiuß Palästinakunde als neues Prüfungsfach .eingeführt. Für mehrere Vereine bedeutete dieser Beschluß nichts Neues; für sie war er . nur die rechtliche Anerkennung einer bestehenden Einrichtung durch das Kartell. Aber auch bei ihnen war Palästinakunde zumeist Prüfungsfach, nicht Le h r fach. Es hing von der zufälligen Anwesenheit eines befähigten Bundesbruders ab, ob Palästina im Unterricht (oder in einem seminaristischen Kurs) behandelt wurde. Kurz vor der Prüfung stöberten die Füxe Mdas Lehrbuch4' durch und brachten das „Wesentlichste" in der Prüfyng vor. Wo dieser günstige Zufall fehlt, da herrscht heute noch der gleiche Zustand und hier gilt es bessernd einzugreifen. Einigen Bundesbrüdern ist zwar jetzt die Möglichkeit gegeben, aus eigener Erfahrung zu sprechen, aber vorderhand sind es nur wenige, die am Orte eines K. V: zur Verfügung stehen. Dem B. J. C. liegt aber daran, daß möglichst viele Bundesbruder unterrichten können, und er ist verpflichtet, diese Forderunqf aufzustellen. Ich sage: er ist verpflichtet, denn um die Kenntnis "Palästinas ist es eine eigene Sache. _ Eine Anzahl jüdischer Jünglinge, die. ihre „Halbheit" durchaus nicht so unangenehm empfinden, kommt zu uns. Dieneue Erziehung lehrt sie, diese ererbte oder anerzogene Halbheit abzulegen; sie begeistern sich daran, daß sie zu ganzen Mannern erzogen werden. Gefühle, die ihnen achtzehn Jahre lang iremd waren, erweckt man in ihnen; das ganze Gebäude ihrer Weltanschauung stürzt man um; man lehrt sie aus den neugewonnenen Erfahrungen die äußersten Konsequenzen ziehen. Und bei alledem ist ein Anvertrauen wie zwischen Kindern und Eltern. Diese aber müssen dafür sorgen, daß die>-Kinder das neue Ideal auch ganz erfassen und es nicht nur von weitem ahnen. Also genügt es keineswegs, daß für den jungen V.J.St.-er die Judenfrage nur in Palästina gelöst werden kann, daß das Land unserer Vergangenheit darum auch das Land unserer Zukunft sein muß. Und demgemäß ist es nur Bruchstüekarbeit, wenn die Kenntnis Palästinas nur im Geschiehts- oder Tendenzunterricht als Unterabteilung verbreitet wird, selbst wenn sie dann in der Prüfung getrennt" geprüft wird. Auch das Lehrbuch will wenig besagen. Eine Palästinazeitschritt, die wenigstens jeder Verein halten sollte, Reisebeschreibungen, die Darlegungen des Fuxmajors, die Vorträge, von denen eine bestimmte Mindestzahl pro Semester Palästina behandeln sollte, sie sind die Hauptsache. " Und ihr Inhalt sei das wirkliche, flutende -Leben des heiligen Landes, die wirtschaftlichen, geistigen, poli-

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