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Der jüdische Student · 1913-03-31 · Heft 12 (31.3.1913) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 12 (31.3.1913)
Date
1913-03-31
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Jüdische Student 431 wiederkehrende Vergleich zwischen „uns Jungen" und „denen um Zwirn und um Blumenfeld", ein Vergleich, der regelmäßig in düstere Prophezeiungen für die Zukunft ausklingt. Man vergleicht da Leute, die wir erst kennen gelernt haben, als sie schon fertig waren, die den Höhepunkt einer Entwicklung darstellen, mit dem Durchschnitt einer noch unfertigen Masse! Wie schief dieser Vergleich ist, ist für jeden auch nur bei einiger Ueberlegung klar. Hirschbruch glaubt, daß der B.J. C. seinem Inhalt nach zurückgeht. Vielleicht wirkt hier ein Moment mit, das die Ursache ist für den bei uns üblichen Gebrauch des Schlagwortes „oberflächlich," mit dem jeder den größten Teil seiner Bundesbrüder selbstgefällig in Bausch und Bogen verurteilt: z.B. Bbr. S u 1 z b e r g e r, der eine Verflachung des B. J. C ankündigt und einer großen Anzahl von Bundesbrüdern das Volksbewußtsein abspricht. (Es handelt sich um die Satisfaktionsfrage, über die im J. St. und auf den folgenden Kartelltagen noch einiges zu sagen sein wird.) In der Tat! .wenn zweite und vierte Semester den B. J. C, der doch immerhin, eine Entwicklung hinter sich hat, in einigen Wochen „umkrempeln" wollen, wenn Bundesbrüder im J. St. auch in Zukunft gegen Anträge schreiben werden, deren Begründung sie noch nicht kennen, wenn die Gegner der „unbedingten" fortfahren werden, die B.J. C.-er gewaltsam in jüdische und in Satisfaktion gebende V. J. St.-er (!) einzuteilen, dann allerdings wird „die Verflachung" eintreten. Aber die Ursachen werden dann wo anders*zu suchen sein, als dort, wo Bbr. Sulzberger sie zu finden glaubt. Die Anzahl der V.J. St.-er wird immer unübersichtlicher, man kennt viele gar nicht mehr, viele nur ganz flüchtig von Kneipen und ähnlichen Veranstaltungen her und verfällt häufig in den- Fehler, Leute, mit denen man nicht sofort über Jüdisches spricht, für unjüdisch zu halten und damit, um das vielbeliebte Schlagwort zu gebrauchen, für oberflächlich. Es gibt unter uns vielleicht schon Leute, denen das Jüdische als so selbstverständlich erscheint, daß sie nicht andauernd darüber reden müssen. Es wird bei einer großen Anzahl immer Mitläufer geben, aber meine Kenntnis der früheren und der jetzigen Generationen gestattet mir, mit einiger Sicherheit festzustellen, daß die Zahl der Mitläufer relativ zurückgeht. Früher waren „die um Blumenfeld und die um Zwirn" der B.J. C, alles andere war zum großen 'ieil indolent und ohne Interesse.an den Zielen des V.J. St. Ich erinnere an die kläglichen Erfahrungen, die wir im Anfang machten, als wir es unternahmen, die ältere Generation hinanzuziehen. Vielleicht fehlen in der heutigen Generation „die großen Führer", aber der Durchschnitt ist heute sicher viel williger und interessierter und opferfreudiger als früher. Mit diesen Ausführungen will ich zwei Grundübeln zu Leibe rücken, die heute dem B. J. C. schaden; das ist einmal

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