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Der jüdische Student · 1913-02-28 · Heft 11 (28.2.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 11 (28.2.1913)
Date
1913-02-28
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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412 Der Jüdische Student A. H. Dr. Georg Herlitz, A. H. Rechtsanwalt Dr. Hirsch, A. H. Dr. med. Alfred Schwarz, A. H. Dr. Alfred Wolf f, i. a. B. Henryk Cohn, sämtlich in Berlin. Die Verhandlungen des Kartelltages wurden durch Festveranstaltungen in Bonn und Cöln begleitet. Als Ort für den nächsten Kartelitag wurde K ö n i g s b e r g bestimmt. Während sich so das Kartell im Innern ruhig und stetig entwickelte, traten häufiger als gewöhnlich, häufiger auch, als uns erwünscht sein kann, von außen Ereignisse an den B. J. G. heran, die eine Stellungnahme in der Öffentlichkeit erforderlich machten. Es ist für die Arbeit der Kartellkorporationen ein großer Votteil, daß der B. J. C. in dem Präsidium ein Organ besitzt, das die oft wenig erfreuliche Aufgabe hat, die Interessen des Kartells nach außen wahrzunehmen: so berühren auch die entschiedensten Auseinandersetzungen des Präsidiums mit den Gegnern des B. J. C. den Frieden unserer Korporationen in keiner Weise. Daß es solche Gegner gibt, hat auch das letzte Semester wieder bewiesen. Zwar steht der weitaus größte Teil der älteren Generation, der die Arbeit des B. J. C. wirklich kennen gelernt hat. unseren Bestrebungen durchaus wohlwollend gegenüber. Diese Angehörigen der älteren Generation, insbesondere viele Väter unserer Bundesbrüder, sagen sich mit Recht — wenn sie auch persönlich zum Teil auf abweichendem Standpunkt stehen — daß es kein Unglück und im Grunde nur erklärlich ist, wenn die Jugend neue Ziele und Ideale aufrichtet. Sie erkennt auch, daß ein großer Teil der Jugend durch die ältere einseitig-religiöse Auffassung des Judentums dem Judentum entfremdet wird, und daß nur eine Idee, die den religiösen Charakter des Judentums uuangetastet läßt, aber darüber hinaus das Judentum wieder zur Grundlage der ganzen Persönlichkeit machen will, imstande ist, die Jugend am Judentum festzuhalten. Daneben gibt es aber auch einige unbelehrbare bewußte Gegner, die zwar an Zahl nicht groß sind, die den B. J. C. aber dadurch besonders zu schädigen suchen, daß sie den Kampf in die Öffentlichkeit tragen. Schon vor einem Jahre konnten wir darüber berichten, daß def K. C. aus einem Heft unserer internen, nur für Bundesbrüder bestimmten Zeitschrift, einen Abdruck veranstaltet hat, um ihn polemisch gegen uns zu verwerten. Unterdessen ist es für uns zur Gewißheit geworden, daß fortgesetzt, an Exemplaren unserer vertraulichen Zeitschrift Diebstähle vorgenommen werden, und daß sie infolgedessen regelmäßig in die Hände von Gegnern geraten, die sich nicht scheuen,, den Inhalt dieser auf unsauberem Wege erlangten Hefte, soweit es ihnen möglich ist, agitatorisch gegen uns auszubeuten. Obwohl wir stets den Standpunkt vertreten, daß unerquickliche innerjüdische Angelegenheiten ausschließlich vor einem jüdischen Forum erörtert werden sollten, mußten wir hier — in der Notwehr — bei der Staats- anwaltschaft Strafanzeige wegen Diebstahls und Urhebervechtsverletzung gegen Unbekannt erstatten. Wir konnten dies auch mit gutem Gewissen in der

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