Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 11 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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4C6 Der Jüdische Student Oberhofmarschal! Grafen Eulenburg telegraphisch den Bescheid, daf) ihm von der ganzen Angelegenheit nichts bekannt sei. Auf eine erneute Vorstellung beim Rektorat gab dieses an, nicht das Oberhofmarschallamt, sondern der Hausmarschall habe gewünscht, daß das Kaiser hoch von einem der fünf Kaiserdeputierten ausgebracht werde; durch ein Versehen des Sekretariats sei der V. J. St. von dieser Anordnung nicht benachrichtigt worden.. Da dem Präsidium im Interesse der gesamten jüdischen Studentenschaft die Aufklärung dieser Angelegenheit unumgänglich schien, wandte es sich sofort — am IT. Februar — an den Hausmarschall, der übrigens Mitglied des Oberhofmarschallamts ist, mit folgendem Schreiben: »An Se. Exzellenz den Herrn Hausmarschall S. M. des Kaisers und Königs Freiherrn v. Lyncker Hier. Euer Exzellenz gestattet sich das unterfertigte Präsidium des Bundes Jüdischer Corporationen in folgender Angelegenheit ergebenst um eine Auskunft zu bitten: . Anläßlich der Anwesenheit S. M. des Kaisers und Königs in Königsberg war der unserem Bunde angehörige Verein Jüdischer Studenten durch Auslosung dazu bestimmt worden, namens der Studentenschaft das Kaiserhoch auszubringen. Als sich der erste Chargierte des Vereins Jüdischer Studenten hierzu anschickte, kam ihm der erste Chargierte des Vereins Deutscher Studenten zuvor. Auf wiederholte Vorstellungen bei den Universitätsbehörden erfuhr der Verein Jüdischer Studenten, daß Euer Excellenz — nicht das Oberhofmarschallamt, wie anfänglich mitgeteilt worden war — gewünscht hätte, daß das Hoch von einem der zum Empfang bei Seiner Majestät bestimmten Chargierten ausgebracht werden solle. Diese Angelegenheit ist für uns und die gesamte jüdische Studentenschaft aus naheliegenden Gründen von großer Bedeutung. Sie veranlaßt uns zu folgender ergebenen Anfrage : War E w. E x z e 11 e n z bekannt, daß der Verein Jüdischer Studenten zur Ausbringung des Hochs ausgelost worden war» eventuell welche Gründe haben Ew. Exzellenz bestimmt, abweichende Anordnungen zu treffen? "Das Präsidium des Bundes Jüdischer Corporation en. gez. Dr. Rosenkranz." Darauf ging alsbald nachstehende Antwort ein: OberhoFmarschallamt Sr. Majestät Berlin, den IS. Februar 1913. des Kaisers und Königs. Das Präsidium des Bundes Jüdischer Corporationen benachrichtige ich auf die gefällige Zuschrift vom IS. ds. M;s. ergebenst, daß sich bei