Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 11 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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404 Der Jüdische Student berg wurde der uns ständig begleitende Nordwest besonders ungemütlich und machte uns viel zu schaffen. Als wir dann die tangersehnte Elbe mit kräftigem „Hipp, Hipp, Hurra" begrüßt hatten, dauerte es nicht lange, bis der „Juda Maccabi" vollgeschlagen war. Wir versuchten, nachdem wir die Boote am Lande vom Wasser entleert hatten, nochmals unser Glück. Dieser Versuch hätte beinahe kritisch geendet. Nach kurzer Zeit waren beide Boote so vollgeschlagen, daß wir eben noch ans Land kamen. Zu unserem Glück fand sich an der Landungsstelle bald ein Regierungsdampfer ein, dessen Führer uns nicht nur in bereitwilligster Weise gestattete, unsere völlig durchnäßten Sachen im Maschinenraum zu trocknen und uns an Bord unser Essen zuzubereiten, sondern uns auch nach Wittenberge, der nächsten größeren Stadt, brachte. Hier warteten wir zwei Tage auf besseres Wetter und verbrachten die Zeit damit, durch geschlossenes Auftreten den Unwillen der männlichen Bevölkerung der Stadt zu erregen. Als sich das Wetter nicht besserte, bestiegen wir einen Schlepper, dessen Benutzunguns von einem Rheder in Wittenberge gestattet wurde. Die letzten drei Tage vor Hamburg kamen wir nicht aus unseren Sachen. Unser schönstes Nachtquartier war wohl im Maschinenraum des Schleppers. Im Magdeburger Hafen in Hamburg bestiegen wir dann unsere Boote, und fuhren, begleitet von zwei Barkassen mit Bundesbrüdern und Hamburger Barkochbanern, die uns ein Stück entgegengekommen waren, zur Alster. In Hamburg wurden wir, sowohl von unseren Bundesbrüdern wie vom Bar-Kochba, glänzend aufgenommen. Die herzlichen Danksagungen, die wir den Hamburgern schon persönlich aussprachen, wiederholen wir. — Die Regatta am 20. Oktober, an der sich der Jüdische Ruderklub Ivria und wir beteiligten, hatte ein über Erwarten zahlreiches Publikum auf der Terrasse unseres Bootshauses versammelt. Auch Besuch vom Hamburger Bar-Kochba war erschienen. Es wurden zwei Rennen, beide um Wanderpreise in Gestalt von Bezalel-Teliern, über je 2000 m ausgefahren. Der Junior-Vierer, in dem wir dadurch im Nachteil waren, daß \vir "mit einem untrainierten, im letzten Augenblick eingesprungenen Schlagmann starteten, brachte einen heißen Kampf, der die Zuschauer sehr begeisterte. Nachdem wir Anfangs geführt hatten,, verloren wir 300 m vor dem Ziel eine Länge -dadurch, daß unser Schlagmann einen * Krebs fing. Unsere Männschaft setzte zu einem heftigen Endspurt ein, vermochte jedoch nur. bis auf 30 cm aufzulaufen. Mit diesem äußerst knappen Vorsprung ging die Ivria als Siegerin durchs Ziel. Im Ersten Vierer, der die besten Mannschaften beider Vereine an den Start brachte, führten wir von Anfang an und gewannen überlegen mit 4—5 Längen.