Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 11 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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403 ihrer Umgebung zu assimilieren, von der Anschauung beseelt gewesen, daß man ihnen mit der bürgerlichen Freiheit kein unverdientes Geschenk gemacht, sondern ein ihnen zustehendes Recht; endlich eingeräumt; hälfen sie nicht in törichter Verblendung ihr Handeln dauernd nach dem tindruck, den>s auf die andern machen könnte, eingerichtet, sondern wären in stolzer . Erinnerung an die Größe ihres Stammes erfüllt gewesen vom dem Gedanken, daß man den am höchsten achtet, der sich seiner Art nicht schämt, der selbstbewußt und wurzelfest auf/ dem Boden steht, auf den ihn das Schicksal hingestellt hat: dann hätte auch die Gewährung von zehnmal mehr Rechten und Freiheiten an der Macht und Stärke des Judentums nicht zu rütteln vermocht. Darum scheint mir das die Lehre zu sein, die wir aus dem Rückblick auf das Jahrhundert nach der preußischen Judenemanzipation ziehen müssen: Der Kampf um unser Recht, den wir auch heute noch zu führen haben, muß ein -Kampf aufrechter, überzeugungstreuer Menschen sein. Nicht durch Verleugnung und Verachtung "unserer Vergangenheit, nicht durch Aufgabe unseres ureigensten Uesens werden wir den Sieg erringen, sondern durch offenes und fröhliches Bekennen, wer wir sind. Nur der wird anderen Respekt und Achtung abnötigen, der seiner Abkunft treu den Schild seiner Ehre rein erhält - V=<4-- Von der Ruderabteilung Von M. Bileski (V.J.Sl Maccabaea A.H.), Berlin Seit unserem letzten Bericht (enthalten im Artikel über „Turnen und Sport" im letzten öffentlichen J. St.) haben wir den knappen Rest der Saison mit einigen würdigen Taten ausgefüllt. Abgesehen von den üblichen Touren, die wir so lange als möglich fortsetzten, führten wir unsere langgeplante Hamburgtour aus und beteiligten uns an der ersten jüdischen Regatta. Die Fahrt nach Hamburg führte* uns zunächst durch Berlin und ließ uns dann bei prachtvollem Wetter-die Schönheiten der Havel bei Potsdam und Werder genießen. Auf der weiteren Fahrt hatten wir allerdings sehr unter der Ungunst der Witterung zu leiden.. Wir passierten Brandenburg, Rathenow und Havelberg, das wir uns besonders gründlich ansahen. Selbstverständlich ereignete sich mancher heitere Zwischenfall. Wir hatten Gelegenheit, , durch Aufstehen bei Morgengrauen und . Benutzung „kriegsstarker" Quartiere zu beweisen, daß uns im Oroßsiadtleben der Sinn für natürliche Verhältnisse noch nicht verloren gegangen ist. Hinter Havel-