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Der jüdische Student · 1913-02-28 · Heft 11 (28.2.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 11 (28.2.1913)
Date
1913-02-28
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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393 Der Jüdische Student Kultur; in den jüdischen Salons Berlins sammelte sich in jener Zeit die Auslese der preußischen Geistesaristokratie. Es wäre unmöglich gewesen, die Juden von der Mitwirkung an dem Restaurationswerke des preußischen Staates auszuschließen und so'schenkte man ihnen 1812 die staatsbürgerliche Freiheit. Als ein Geschenk des Staates haben die Juden Preußens im wesentlichen 'ihre Emanzipation erlangt. Das eine also dürfte wohl unzweifelhaft feststehen: ein Tag des Sieges der Juden ist der 11. März 1S12 nicht gewesen. Bleibt noch die zweite Frage offen, ob nicht mit ihm eine Periode glärzendsten Aufschwunges in der Geschichte der preußischen Juden eingeleitet wird. Um es gleich vorwegzunehmen — wir glauben es nicht; wir glauben vielmehr, wenn wir auf das Jahrhundert, das hinter unter uns liegt, zurückblicken» offen sagen zu müssen: die bürgerliche Gleichstellung der Juden in Preußen hat mittelbar und unmittelbar den inneren Zersetzungsprozeß des Judentums in Deutschland verursacht, den wir auch heute noch nicht überwunden haben. Sie hat der Masse der deutschen Juden das Rückgrat zerbrochen und die schlimmen jüdischen Charaktere geschaffen, deren Wahrzeichen das Streben nach äußeren Ehren, die Kriecherei und Würdelosigkeit ist. Woran das eigentlich lag? Man findet dafür keine andere Erklärung als dieselbe Tatsache, auf die ich bereits wiederholt und mit Nachdruck hingewiesen habe, daß den Juden die bürgerliche Freiheit als ein Geschenk des Staates in den Schoß fiel. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte das preußische Judentum seine Emanzipation als Lohn seiner Mühen und Anstrengungen empfangen, dann wäre wohl die Entwicklung anders gekommen, als sie tatsächlich kam. Dann wären die preußischen Juden nicht dauernd von dem Gedanken erfüllt gewesen, daß sie sich dem Staate um jeden Preis für das Geschenk ihrer Freiheit dankbar und erkenntlich erweisen müßten. So aber ist das eingetreten, was Wilhelm von Humboldt in seiner Denkschrift an den König in etwas anderer Form als Ziel u n d Z w e c k der Judenemanzipation hinstellte. Die Juden zertrümmerten selbst die Eigenart ihres Wesens. Sie ' wollten dem Staate, der sie befreit, ihre Dankbarkeit beweisen,, und sie glaubten das nicht besser tun zu können,, als indem sie ihre ganze Kraft darauf verwandten, sich ihrer Umgebung -anzugleichen und alles, was sie von den Nichtjuden trennte, zu zerstören. . . - Bei der hervorragenden Rolle, die innerhalb des Judentums zu allen Zeiten die Religion und der Kultus gespielt haben, ist es kein Wunder, wenn sich die Folgen der destruktiven Tendenzen der Judenheit zuerst auf diesem Gebiete zeigten. Wir haben oben bei der Würdigung der Tätigkeit David Friedländers schon angeführt, wie weit einzelne und gerade die geistig führenden

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