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Der jüdische Student · 1913-02-28 · Heft 11 (28.2.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 11 (28.2.1913)
Date
1913-02-28
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Der Jüdische Student 391 bewußten judischen Studenten von selbst. Es ist das Verdienst des B. J. C, daß er zuerst die Ausländerbewegung richtig gewürdigt und eine entschiedene Stellung zu ihr genommen hat. Der letzte Kartelltag des B.J. C. hat es für eine Ehrenpflicht der V.J. Stl-er erklärt, sich in diesem Kampfe ihrer jüdischen Brüder aus Rußland anzunehmen; kein V. J. St.-er darf sich an einem Streik, der etwa von der Klinikerschaft zur Durchsetzung ihrer gegen die Ausländer gerichteten Forderungen inszeniert wird, beteiligen, selbst auf die Gefahr hin, daß er hierdurch als Streikbrecher in scharfe Konflikte mit seinen nichtjüdischen Kommilitonen gerät. Allmählich hat — dank der aufklärenden Tätigkeit der V.J. St.-er — die Erkenntnis von dem wahren Charakter der Ausländerbewegung in weiteren Kreisen der jüdischen Studentenschaft an Boden gewonnen. Dies zeigte sich bei einer großen jüdischen Akademikerversammlung, die jüngst in Berlin stattfand. Allerdings vertraten auch dort noch jüdische Studenten, darunter Mitglieder des K. C, den Standpunkt, die Ausländerbewegung müsse rein vom Standpunkt des deutschen Staatsbürgers betrachtet werden, jüdische Interessen hätten nicht mitzusprechen. Zu solch schöner Objektivität können eben immer nur Juden sich durchringen. Auf einer vorhergegangenen allgemeinen Klinikerversammlung hatte sich sogar ein K. C.-er dafür ausgesprochen, von den Ausländern nicht das Physikum, sondern ein gleichwertiges Fakultätsexamen zu verlangen, damit die Ausländer sich nicnt etwa schließlich noch in Deutschland niederlassen und „uns deutschen Ärzten" Konkurrenz machen könnten! In der jüdischen Akademikerversammlung wurde dann aber doch einstimmig eine Resolution angenommen, die zwar die Einführung des Physikums als berechtigte Forderung anerkennt, gegen alle -weitergehenden Beschränkungen aber, die — wie die Einführung einer Prozent- . norm — geeignet sind, den jüdischen Studierenden aus Rußland alle Bildungsmöglichkeiten abzuschneiden, protestiert. Leider ist damit zu rechnen, daß die Regierungen den Wünschen der Kliniker entgegenkommen und die meisten Forderungen erfüllen werden. Zu hoffen bleibt, daß wenigstens das schlimmste Verhängnis, die Einführung einer Prozentnorm, unseren russischen Brüdern erspart bleibt. Großes steht auf dem Spiel! Eine Bildungsmöglichkeit nach -der andern wird

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