Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 11 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537600-3537611--2699-3540798- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Jüdische Student 375 damit geendet, daß wir stärker aus ihm hervorgingen. Denn wo gute Gründe überhaupt zu Worte kommen können, da . müssen sie sich schließlich durchsetzen. Niederträchtige Kampfmittel, die man gegen uns auch nicht verschmäht — unser Semesterbericht weiß davon zu erzählen — können uns ärgern, aber sie halten uns auf unserm Wege nicht auf. Wir glauben an die Richtigkeit der Sache, die wir verfechten, und wollen es an Mühe und Fleiß für sie nicht fehlen lassen. Von jener alten Generation, die es für höchste Zeit hält, mit uns aufzuräumen — als ob sie das könnte! — denken wir mit dem Dichter: Meinerseits möcaf ich's damit halten: „Unverständlich sind mir die Alten". " > Dieses am Ruderbleibenwollen in allen Stücken und allen Rollen, dieses sich Unentbehrlichvermeinen samt ihrer „Augen stillem Weinen", als wäre der Welt ein Weh getan — ach, ich kann es nicht verstahn. Wir wünschen ihr, sie besäße sein Verständnis für das Werden einer neuen Zeit und die Freiheit, zu bekennen : Ob unsere Jungen, in ihrem Erdreisten, wirklich was Besseres schaffen und leisten . . . ob sie mit anderen Neusittenverfechtern die Menschheit bessern oder verschlechtern, ob sie Frieden san oder Sturm entfachen, ob sie Himmel oder Hölle machen — eins läßt sie stehn auf siegreichem Grunde: sie haben den Tag, sie haben die Stunde, der Mohr kann gehn, neu Spiel hebt an, sie beherrschen die Szene,-sie siad dran-.