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Der jüdische Student · 1913-01-28 · Heft 10 (28.1.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 10 (28.1.1913)
Date
1913-01-28
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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Der Jüdische Student 359 messer einer Idee, in welchem Orade sie fähig ist, das Leben zu beeinflussen, eszu formen. Die Feststellung, daß der Zionismus in der Diaspora nicht lebensformend sei, käme einem Todesurteil gleich. Das wäre eine Tragik, über die nicht hinwegzukommen wäre. Das begreifliche Sehnen nach einer zionistischen Lebensform muß erfüllt werden können. Unc^ das unter dem Einfluß des Zionsideals geformte Leben muß notwendig stark sein, muß alle im Golusjudentum ruhenden Kräfte wie ein leuchtender Magnet anziehen. Daß dieser aus der zionistischen Idee geborene Lebenskörper nicht sofort in seiner ganzen Fülle vorhanden ist und in langsamer Entwicklung ersteht, ist klar. Doch wie er sich bildet, wie die jungen Triebe lebenskräftige Wirkungen ausstrahlen, ist jedem schauenden Auge offenbar. Und jetzt die Frage nach dem ebenbürtigen Lebensausdruck des nationaljüdischen Ideals im Golus! Bundesbruder A p t hat — wie mir scheint, mit Unrecht — Zlocisti als geistigen Gewährsmann für seine Darlegungen herangezogen. Ich möchte ihm gerade Zlocisti entgegenhalten. Zlocisti ist der Urheber einer jüngst gefaßten Resolution, in der es sich um die zionistische Lebensform handelt, in der zum Ausdruck gebracht ist, wie das Lebensprogramm des Individuums unter dem Einfluß der zionistischen Idee sich zu gestalten habe. Wie tief das Individuum im nationalen Judentum verankert ist, gibt es durch die Form kund, wie es seine Beziehungen zu Palästina einrichtet. Diese Lebensgestaltungen sind mannigfaltigster Art von der Aufnahme der Uebersiedlung in das Lebensprogramm bis zur Schaffung persönlicher Beziehungen. Die Verknüpfung unseres Daseins mit dem Lande unserer Zukunft ist nicht nur die Forderung'der zionistischen Idee; sie ist ihre' natürliche Verkörperlichung im Golus. Den Zionismus erleben heißt nichts andeies als seine lebensgestaltende Kraft an sich erfahren. . - Zionistische Lebensform ist naturgemäß nicht dort anzutreffen, wo die Idee im' altruistischen Sinne erfaßt wird, wo kein Leben in der Idee, wo nur ein Sympathisieren mit der Idee ist. Wo solcher Lebensausdruck son^t fehlt, da handelt es sich um — subjektives — Unvermögen, um in der Person oder in sachlichen. Umständen begründete menschliche Unzulänglichkeit. Die Tragik der Unzulänglichkeit ist rein

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