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Der jüdische Student · 1913-01-28 · Heft 10 (28.1.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 10 (28.1.1913)
Date
1913-01-28
Page
[Seite] (sequence 41)
Language
German
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Der Jüdische Student 357 brauchten d.h. für die der Zionismus nicht Lebensnotwendigkeit sei. Mir scheint hier eine große Verkennung des Wesens des Zionismus vorzuliegen. Für das nationale Judentum gibt - es in der Diaspora ein Problem, das an Bedeutung alles übertrifft, was sonst an wichtigen Tagesfragen im Judentum besteht. Dieses Problem der. Probleme ist die Zukunft des Judentums, die Erneuerung des jüdischen Volkstums. Unter diesem Gesichtswinkel ist der Zionismus zu betrachten. Wenn N o r d a u gesagt hat: das Judentum wird zionistisch sein, oder es wird nicht sein — dann hat er in prägnanten Worten nur die Tatsache konstatiert, daß der Zionismus der notwendige Zeitinhalt des nationalen Judentums in der Diaspora ist. Und es ist - in jenen Worten weiter zum Ausdruck gebracht die Erkenntnis, daß für das jüdische Individuum der Zionismus eine Lebensnotwendigkeit - sein muß. Daraus ergibt sich, daß der Zionismus in der Diaspora den nationalen Juden ausmacht und daß der Zionismus dem jüdischen Individuum eine um so stärkere Lebensnotwendigkeit ist, je tiefere Wurzeln es im jüdischen Volkstum geschlagen hat. Um im Golus das nationale Judentum d.i. das Judentum zu erleben, muß man den Zionismus begreifen und erleben. Und man sollte nicht, wie es Königsberger tut (S. 305), das ernste Suchen und Sehnen der Jungen auf diesen Wegen mit der wegwerfenden Bemerkung ironisch glossieren: „Oder steht schon ganz Deutschland hinter dem Zionismus, und ich sollte es nicht bemerkt haben?" Hirschbruch und A p t sind zu diesem Erlebnis noch" nicht gelangt. Sie haben beide wahrscheinlich versucht, „nach allen Regeln der Kunst und Wissenschaft ein System des Zionismus* sich auszubauen" und fühlen, daß die vertiefte Erkenntnis noch nicht das ersehnte Erleben ist Dieses seelische Unlustgefühl macht Hirschbruch wahrscheinlich ungerecht gegen sich, wenn er sich als „sogenannten" Nationaljuden bezeichnet. In ihrem Bestreben, neue Wege zu finden, um das Judentum zu erleben, sind beide aber ungerecht gegen das bisher von ihnen geübte System. Denn die Erkenntnis des Zionismus führt sicherlich auch zum Erleben. Weit von dieser Erkenntnis ist der Satz A p t s, daß man ein guter politischer Zionist sein könne, ohne den Ehrennamen eines

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