Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 10 (28.1.1913)
- Date
- 1913-01-28
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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343 Der Jüdische Student führung der unbedingten Satisfaktion für den Bund würde dem deutschen Zionismus schweren, gar nicht zu übersehenden Schaden bringen. Wir würden mit diesem Schritte einer großen Zahl von wertvollen, befähigten Zionisten einfach die Tür weisen müssen, ihnen die Möglichkeit abschneiden, für uns und den Zionismus zu arbeiten. Unsere Zionisierungsarbeit, die ohnehin schon unter so schwierigen Bedingungen vor sich geht, würde noch wesentlich schwieriger werden. Ich meine, wenn man dies einmal ernsthaft erwägt, wäre bereits ein Spielen mit dem Oedanken einer Einführung der unbedingten Satisfaktion verwerflich und bedeutete eine Todsünde gegen unseren Zionismus. -II. Austritt. Ferner ist zu konstatieren: Mit dem Augenblick, wo ein K. T. die unbedingte Satisfaktion einführt, werden uns eine stattliche Reihe — ich allein weiß eine bedeutende Anzahl — Austrittserklärungen vorliegen, vielleicht der Besten unter uns. Ein Teil \vi?d seinen Austritt damit begründen, daß er sich einem Zwange in Satisfaktionsangelegenheiten nicht unterwerfen will — doch das ist der bei weitem geringere — die übrigen werden erklären, daß sie sich mit Leuten, die der zionistischen Sache untreu geworden sind — zu deren Gunsten wird man selbstverständlich* sagen, daß sie die schwerwiegenden Konsequenzen nicht überschauten — nicht solidarisch zu erklären vermögen.; III. Allgemeine jüdische Gesichtspunkte. Und nicht nur in materieller Hinsicht würden wir leiden, sondern - . ebenso schwer in ideeller. Ein Verband, der eine so bewußt jüdische Tendenz hat, wie wir, verliert seine ideale Existenzberechtigung, wenn er seinem Programm einen Passus einfügt, der eine offenbare Assimilation an fremde Sitten verrät und unserer Tendenz ins Gesicht schlägt. Es ist eine große Verirrung, in der sich so manche Verfechter der unbedingten Satisfaktion befinden, die nämlich meinen, man könnte doch ruhig das aussprechen, was in Wirklichkeit bereits bestände. Fast alle V. J. St.-er. gäben unbedingte Satisfaktion, warum . spräche man es nicht offen aus? Ich will dies durch einen Vergleich zu begründen suchen. Nehmen wir den Fall an, alle V. J. St.-er. ignorierten die jüdischen Speisegesetze, der B. J. Cals Kollektivum hat sie zu beobachten, weil eine Nichtbefolgung