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Der jüdische Student · 1913-01-28 · Heft 10 (28.1.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 10 (28.1.1913)
Date
1913-01-28
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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Der Judische Student 347 dazu verwenden, sie mit unseren Anschauungen zu infizieren. Aus der Tatsache heraus, daß die Verbindungen im K. Z. V. von ihren Mitgliedern bei ihrem Eintritt verlangen, einerseits das Baseler Programm zu unterschreiben, andererseits unbedingte Satisfaktion zu geben, ist das K. Z. V. einfach außerstande, wirkliche Nationalisierungsarbeit zu leisten. In den paar Tagen der Keilzeit ist es weder möglich noch zweckmäßig, einen blutjungen Menschen, der den Problemen fernsteht, von der Richtigkeit des Zionismus zu überzeugen. Das müßten sehr minderbegabte Menschen sein, die so schnell innerlich revolutionieren, oder Leute,, die es nicht ernst mit der Sache nehmen! Wir benutzen dieses Moment ja zur Genüge in unserer Keiltätigkeit gegen das K. Z. V. — Was die Satisfaktionsfrage betrifft, so liegt die Sache hier genau so. Der junge jüdische Student, vornehmlich wenn er der Großstadt oder orthodoxen Kreisen entstammt, wird sich vielfach mit Händen und Füßen dagegen sträuben, Satisfaktion mit der Waffe zu geben. Nie würden solche. Leute in eine Verbindung gehen, die ihnen von vornherein die Verpflichtung auferlegt, unbedingte Satisfaktion zu geben, d. h. auf jede noch so minimale Beleidigung zu reagieren und jedenoch so hohe Forderung—Pistole! — anzunehmen. (Je mehr übrigens einerseits der Radauantisemitismus schwindet, andererseits Strömungen in der deutschen Studentenschaft sich bemerkbar machen, die das Duellwesen mißbilligen und abgeschafft sehen wollen, umso eher werden die Juden der-Satisfaktion abgeneigt sein.) Wenn wir alle die Bundesbrüder in unserem Adreßbuch markierten, die bei ihrem Eintritt keine unbedingte Satisfaktion geben wollten, es würden — ich übertreibe nicht — nur sehr wenige übrig bleiben. Würden wir unbedingte Satisfaktion verlangen, die wertvollsten zionistischen Energien wären uns und somit dem Zionismus.-verloren gegangen. Unser gewaltiger Vorzug vor dem K. Z. V. ist: wir sind vermöge -unseres breiten Programms in der Läge, Nationalisierungsarbeit in großem Stile zu leisten. Diese Nationalisierungs- und Zionisierungstendenz ist — und . hier hoffe ich mit sämtlichen Bundesbrüdern übereinzustimmen das Kriterium, das uns bei allem, was unseren Bund betrifft, maßgebend ist. Unsere ganze Existenz wäre ohne den Zioniso o mus nicht denkbar; mit ihm stehen "und fallen wir! Die Ein-

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