Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 10 (28.1.1913)
- Date
- 1913-01-28
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 343 hältnis zu der deutschen Studentenschaft sich sehr peinlich gej stalten kann, so glaubten wir doch diese Unannehmlichkeiten J auf uns nehmen zu müssen. Wir suchen allerdings sonst* I Schädigungen unserer Stellung als Korporationen an deutschen Universitäten nach Möglichkeit zu vermeiden.. Aus diesem Grunde ist die Forderung der unbedingten Satisfaktion auf dem Kartelltag mit Energie erhoben worden. Zur näheren Begründung verweise ich auf Rosenbaums Artikel im Dezemberheft des J. St. Der Antrag auf Einführung der unbedingten Satisfaktion für das ganze Kartell wurde von Rosenkranz wegen ungenügender Vorbereitung nicht zugelassen; es ist aber zu erwarten, daß auf dem nächsten Kartelltag, der in Königsberg stattfinden wird, ein solcher Antrag vorliegen wird. Das Präsidium ist beauftragt, bis dahin das Material über die Safcisfaktion-sfrage, speziell über ihre Bedeutung für das Keilen, zu beschaffen. Der Kartelltag hat* dem Präsidium eine R e p a r t i t i o n von 2000 M. bewilligt zur teilweise.n Deckung der Schulden, die besonders durch den J. St. entstanden sind. Von weiteren Belastungen der Bundesbrüder *-durch Erhöhung der Präsidialbeiträge hat der Kartelltag abgesehen. Er glaubte, dies tun zu dürfen in der Erwartung, daß die Alten Herren die geringe Belastung c3er Bezirksverbände für den Keilfonds nicht achten werden und ohne große Agitation dem Keilfonds die erforderlichen Mittel werden zukommen lassen. Unsere Macht beruht auf unserem Wachstum. K. C. und K. Z. V. haben ihre Organisationen nach unserem Muster ausgebaut und werden uns im kommenden Jahre scharfe Konkurrenz machen. Wenn wir den Vorsprung, den uns das vergangene jähr gebracht hat, nicht zu vergrößern oder nicht wenigstens festzuhalten vermögen, dann werden wir im deutschen Judentum nie die Rolle spielen, die wir im Interesse des Judentums spielen müssen. Mit welch gemeinen Mitteln gegen uns gekämpft wird, hat die Affaire Schiüchterer in Köln zur Genüge bewiesen. Darum gilt es für jeden Alten Herrn, mit allen Kräften, pekuniär und vor allem durch persönliche Werbung, die' Keilarbeit der Jüngeren zu unterstützen. Wir haben notwendige Neugründungen vor, die uns helfen müssen, die Konkurrenz mit: dem K. C. durchzuführen; Frankfurt und Hamburg sind nicht die einzigen, andere drängen vielleicht noch mehr. ' Und so gingen wir von dem Kartetltag mit dem Gefühl, daß, wie die Arbeit immer schwerer, auch Arbeitseifer und Opferwilligkeit immer größer werden müssen.