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Der jüdische Student · 1913-01-28 · Heft 10 (28.1.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 10 (28.1.1913)
Date
1913-01-28
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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Die Ausländerfrage Ein Brief an den KarteUtag Von Heinrich Löwe Berlin, den 21. Dezember 1912 NW, 52, Fiemingstr. 12. Hoher Kartelltag! Liebe Bundesbrüder! In einer hochwichtigen Angelegenheit, die im höchsten Maße eine jüdische Angelegenheit, ja die jüdische und noch dazu d i e studentisch-jüdische Angelegenheit des Augenblicks ist, wende ich mich an die. Einsicht und das jüdische Gefühl der im Bunde Jüdischer Corporationen vereinigten jüdischen Studentenschaft. Bundesbrüder! Zur Zeit geht etwas an den deutschen Universitäten vor sich, das von den allerwenigsten erkannt, nichts weiter ist, als ein Angriff auf die jüdische Studentenschaft, ein Vorstoß ailerschlimmster Art. Es ist der Versuch, die russisch-jüdischen Studierenden mehr und mehr von den. deutschen Universitäten auszuschließen. - Denn die Studentenstreike und die Petitionen, die russischen Studierenden der Medizin einzuschränken, richten sich ausschließlich gegen die „Russen" weil sie J u d e n sind. Diese „Russen" sind töricht genug, sich als „Russen" zu verteidigen, während der Streich ihnen als „Jude n" gilt Denn die drei, vier wirklichen Russen meint man ja gar nicht, sondern die Tausende der von den russischen Universitäten und Hochschulen ausgeschlossenen jüdischen Studenten. Und so wenig ist die öffentliche Meinung darüber unterrichtet, daß letzten Endes hierhinter doch wieder die heimliche Leitung der russischen Reaktion steckt, daß sich angeblich demokratische Zeitungen, wie die Mossesche „Volkszeitung", an dieser Hetze gegen die,. „Russen" genannten, vertriebenen Juden beteiligen. Bundesbrüder, Ihr dürft unsere Stammesgenossen in ihrer Bedrängnis nicht verlassen, nicht in ihrer Not, die sie betroffen, weil sie juden, weil sie unseres Stammes und unseres Blutes sind. Es gilt für die Juden einzutreten, die nur deswegen verfolgt werden, weil sie sich nicht taufen lassen. Denn sonst könnten sie unbehelligt in jeder Zahl an den russischen Universitäten studieren.

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