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Der jüdische Student · 1913-01-28 · Heft 10 (28.1.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 10 (28.1.1913)
Date
1913-01-28
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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342 Der Jüdische Student weg erkannt wurde, daran sind zum großen Teil zufällige Gründe schuld. So bot der Kartelltag bei der Besprechung des Davidsohnschen Referates nicht das wahrheitsgetreue Bild des Kartells, als welches vielmehr nur die Einmütigkeit gelten kann, die sich bei allen wesentlichen Beschlüssen in Fragen der Organisation und der Stellung nach außen zeigte. Was die Stellung nach außen betrifft, so bedeutete es nur eine Konstatierung unseres Verhältnisses zum Zentralverein, daß der V. J. St. Breslau auf seine Sonderstellung verzichtete. Die Scheidung ist vollkommen, und es war ein Höhepunkt des Kartelitags, als A. H..Blumenfeld an Hand überzeugenden Materials zeigte, daß der Zentralverein der gefährlichste, unversöhnlichste Feind alles nationalen Judentums sein will. Auch wir können im schärfsten, offenen Kampf gegen den K. C nur gewinnen. Dem offenen Kampf verdanken wir unsere Keilerfolge, während die bedenkenvolle Politik, das Nichtverderbenwollen mit dem doch nie zu gewinnenden Gegner uns selbst die Energie und unserer Idee die Stoßkraft nahm. Deshalb stimmen auch alle, die Erfahrungen in der Jugendbewegung haben, darin überein, daß unsere Arbeit in den neutralen J u g e n dbünden ergebnislos sei und uns nur schwäche. Wir müssen uns damit begnügen, die Neutralität der Jugendbünde zu garantieren, zu verhindern, daß die Jugendbünde zur Gefolgschaft des Zentralvereins werden; aber die Arbeit unserer Inaktiven und Alten Herren hat den nationalen Jugendvereinen, ganz besonders den T u r n.v e r e i n e n zu gelten. In Bezug auf unsere Aktivitas stehen wir nach wie vor auf dem Standpunkt, daß sie von der Betätigung in Jugend- und Turnvereinen fernzuhalten sei, dafür aber in eigenen Turnabteilungen turne. Es ist wieder auf das lebhafteste betont worden, daß wir Turnen und Sport als eine unserer wesentlichsten Aufgaben betrachten, für die im Rahmen unseres Korporationslebens durchaus Platz gelassen werden muß. Sehr scharf tritt die gegensätzliche Orientierung von K. C und B. J.C: „hie Deutschtum, hie Judentum" in der Frage des Klinikerstreiks in Erscheinung. Es wird uns gelingen, die Stellungnahme des K. C. gegen die „Russen", zu der sein Programm ihn zwingt, gegen ihn auszunutzen, indem wir auf die Gefahr dieses Verhaltens für das Judentum hinweisen. Für uns selbst hat der Kartelltag beschlossen,, daß unsere klinischen Semester sich unter keinen Umständen an einem Streik beteiligen dürfen. Im übrigen sollen Komitees gegründet werden, die die weitere Aktion in die Hand nehmen. Die Frage einer medizinischen Fakultät in Palästina zu diskutieren, erklärte sich der K. T. als nicht kompetent. Wenn wir auch wissen, daß bei der Stellungnahme für die russischen Juden besonders durch den Streikbruch unser Ver-

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