Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 10 (28.1.1913)
- Date
- 1913-01-28
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 341 und die Rechte der Zentrale in weitestgehendem Maße zugestanden werden. Das Präsidium ist bereits im vergangenen Jahr allein durch das Schwergewicht der umfassenden Information zur verantwortlichen Leitung aller Angelegenheiten von Gemeininteresse geworden. Der Kartelltag hat diese Entwicklung zu fördern gesucht und alle Wünsche des Präsidiums;. bezüglich Organisation des Kartells bewilligt. Besonders zu erwähnen ist die Regelung der U e b e r w eisungen, die von jetzt an ausschließlich dem Präsidium zusteht. Von hervorragender Bedeutung ist die Organisierung der geistigenArbeit, von der wir vielleicht eine kräftige Förderung unserer Einheit erwarten dürfen. Man sollte sich allerdings nicht darüber täuschen, daß durch die Hilfe, die alle wissenschaftlichen- Kommissionen von jetzt ab im Präsidium finden werden, keine neuartigen Inhalte für den Ausbildungsgang des V.J. St.-ers geschaffen werden. Es wird nur eine bessere Ausnützung der bereits bestehenden Hilfsmittel ermöglicht werden. Nur in zweifacher Hinsicht werden uns in Zukunft noch stärkere Werkzeuge zur Verfügung stehen. Das Archiv z^um Studium der Judenfrage ist durch den Beschluß des Zwangsabonnements für alle Burschen und Alten Herren seiner Erfüllung ein Stück näher gebracht. Zunächst aber dürften von stärkerer Wirkung die Ausbildungskurse für Fuxmajore werden. Gerade diese sollen uns für die zionistische Erziehung die wertvollsten Dienste leisten. Wir hoffen, daß aus allen Bemühungen, die Geschlossenheit des Kartells immer fester zu begründen, für jeden Einzelnen als Selbstverständlichkeit das Gefühl herauswachsen wird, für seine zionistische Tätigkeit stets dem Kartell verantwortlich zu sein. Das Kartell verlangt von seinen Alten Herren dieses Verantwortlichkeitsgefühl und bewies seinen Willen in dem einstimmigen Beschluß betreffend das Ehrenrats urteil gegen A. H. Fuchs. Eindruck und Bewußtsein voller Einheitlichkeit des Kartells hätte den XII. Kartelltag beherrschen können. Leider ist das verhindert worden durch Störungen, die deswegen besonders bedauerlich waren, weil sie fast ausschließlich auf Mißverständnissen beruhten und der tatsächlichen Unterlagen entbehrten. Wenn Lelewer aus der Forderung, dem zionistischen'Milieu unserer Korporationen, jüdische Inhalte hinzuzufügen, glaubte ein Parteiprogramm im Gegensatz zu den Maccabaeern machen zu können, so liegt dem. nichts weiter zu Grunde, als die ungeschickte Redigierung der David söhn sehen Thesen. Und es geht vielleicht aus keiner Tatsache besser die völlige Uebereinstimmung des Kartells jauch in diesen „Kulturfragen" hervor, als aus der einmütigen Stellungnahme zur hebräischen Sprachenfrage. Daß das auf dem Kartalltag nicht durch-