Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 10 (28.1.1913)
- Date
- 1913-01-28
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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lungen kennzeichnenden Züge waren und die fast nirgends ein richtiges Verhältnis zu den Dingen gestatteten. So war es überraschend, mit. welcher Einmütigkeit Anträge des Präsidiums debattelos angenommen wurden, welche der vorhergehende Kartelltag abgelehnt hatte. Man hat hierin einen Beweis dafür sehen wollen, wie sehr sich der Gedanke des Präsidiums, der Zentralisation und einheitlichen Führung des B. J. C. durchgesetzt hätte. Wie unrichtig dies ist, zeigt sich an der Abstimmung über die vom Präsidium beantragte Rüge gegen den B. V. Rheinland-Westfalen. Hier, wo wirklich Gelegenheit war, Verständnis für die Aufgaben und die Stellung des Präsidiums zu zeigen, fand sich eine genügende Anzahl von Delegierten, um den Antrag mit Stimmengleichheit zu Fall zu bringen. Mangel an Verständnis für die entscheidenden Momente zeigte sich überall. In der Satisfaktionsdebatte begegnete man Anschauungen, die es unverständlich erscheinen lassen mußten, daß der B. J. C. faktisch heute unbedingte Satisfaktion gibt, Wenn hier soviel von Unjüdischkeit und Assimilation die Rede war, so wurden damit Dinge vorgebracht, die längst erörtert und als belanglos für diese Frage längst erkannt sind. Nicht besser erging es den die Grundlagen des B. J. C. berührenden Fragen. Den Referaten, welche sich mit den Problemen unserer Erziehung beschäftigten, wurde wenig Empfänglichkeit entgegengebracht. Den Ausführungen, welche die bekannten Heidelberger Anträge begründeten, spendete eine große Anzahl der Delegierten Beifall, obwohl sie das Verständnis für die erzieherischen Aufgaben des B. J. C. in hohem Grade vermissen ließen. Die Debatte über das David sohn sehe Referat befaßte sich nur in untergeordnetem Maße mit dem Inhalt der Thesen und zeigte auch in den Teilen, die nicht die oben erwähnten Erörterungen allgemein-politischer Natur zum Gegenstände hatten, eine recht große Unklarheit Einen wesentlichen Teil dieser Debatte bildeten die Ausführungen, welche von der Erziehung im B. J. C. eine stärkere VerinnerÜchung forderten und mit dieser Forderung einen Gegensatz zu der „herrschenden Richtung" zu konstruieren suchten. Es ist hier nicht der Ort, sachlich auf diese Forderungen einzugehen und zu prüfen, ob sie jemals für den B. J. C. von Be-