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Der jüdische Student · 1912-12-17 · Heft 9 (17.12.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 9 (17.12.1912)
Date
1912-12-17
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Der Judische Student 301 keiten mit jüdischen Korporationen oder — wenn man die Verbindungen im k. C nicht als jüdische Korporationen bezeichnen will — mit Juden überhaupt in dieser Weise zum Austrag bringen soll. Ich weiß wohl, daß diese Frage im B.J. C. schon des öfteren besprochen worden ist. Daß ich jetzt trotzdem davon rede, geschieht deshalb, weil man gerade in den letzten Jahren-mit der steigenden sogenannten korporativen Entwicklung eine wachsende Verflachung im B. J. C. hat konstatieren können. Ich bemerke, daß ich das gesunde korporative Prinzip durchaus anerkenne. Bei uns hat mit der Zeit die Assimilation so sehr Platz gegriffen,, daß wir garnichts Merkwürdiges mehr dabej finden unsere eigenen Stammesgenossen in der Art zu bekämpfen, wie sie uns Nichtjuden gegenüber aufgedrungen worden ist. Es bedarf doch wirklich keiner großen Kenntnis der jüdischen Geschichte und Eigenart, um zu wissen, daß das Duell — von vollkommen unjüdischem Ursprung — mit dem jüdischen Volksempfinden im schärfsten Gegensatz steht. Aber unsere Situation bringt es mit sich, daß wir für Ehrverletzungen von Seiten der Nichtjuden deren Ehrbegriff und damit auch das Duell akzeptieren mußten. Das ist für viele von uns der Grund, Nichtjuden gegenüber unbedingte Satisfaktion zu geben. Einmal, weil wir als Minorität alles daran setzen müssen, in den Augen der Majorität geachtet und nicht als Feiglinge dazustehen; zum andern aber, weil wir uns nicht ungestraft herabsetzen lassen und auf andere Weise in den Augen der Umwelt keine hinlängliche Genugtuung erlangen können. Ich betone also, daß ich die Satisfaktion Nichtjuden und nichtjüdischen Korporationen gegenüber als notwendiges Uebel unbedingt billige. Ich sage notwendiges Uebel, weil ich die Auffassung, die in dem Zweikampf eine Einrichtung zur Wiederherstellung der verletzten Ehre sieht, nicht teilen kann. Handelt es sich aber um Juden oder jüdische Korporationen, •so fallen die Voraussetzungen, auf denen ich meine Stellung-, nähme aufbaue, entweder vollkommen weg oder ändern sich - doch zumindest ganz gewaltig.. Kein Jude kann seinem Stammesgenossen Feigheit vorwerfen, weil dieser Jude sei, und unsere jüdischen Kreise haben sich im allgemeinen glücklicherweise doch noch nicht soweit assimiliert, daß sie einen Juden, der er-

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