Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 7 (23.10.1912)
- Date
- 1912-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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240 Der Jüdische Student sind seine Grenzen und Beschränktheiten, das uns tausend anderes, was mit diesem Schlagwort zusammenhängt, kann in seinen ästhetischen und ethischen Verzweigungen (weil Stil haben auch den Typus des Einzelnen umprägt, mindestens darstellt) gezeigt werden nach den Methoden, die uns die in Betracht kommenden Wissenschaften an die Hand geben. 2. Von jüdischer Bildung, ihren Mitteln, ihrem Milieu, ihrer Zwei- und Mehrseitigkeit, ihren Konflikten, ihrem Inhalt und dessen allmählichen Umänderungen, alten Bestandteilen und neuen Zuflüssen, ihren Zielen und Hoffnungen, ihrem Einst -und Jetzt und den Wirkungen auf uns und auf die Zeit. 3. Von jüdischer Erziehung, was etwas Anderes ist als jüdische Bildung, von ihren (besondersartigen) Prinzipien, ihren Möglichkeiten und Erfordernissen in Ost und West, ihren Neuorientierungen in Palästina, von Experimenten individueller oder gemeinschaftlicher Art, von Sozialpädagogik, von Vorbildlichem (auch 1ür die anderen, weil uns das Hemmende der Tradition fehlt, wir nur das Wertvolle der Tradition zu übernehmen brauchen), ich wi'l nur diese Themen für dieses Problem nennen, um den Unkundigen zu zeigen, wohin sich die Gedanken wenden und wie der Hinweis auf das neue Leben in alten Ländern wirken kann. 4. Von den Juden als Schaffenden in allen ihren geistigen und anderen Leistungen, mit oder ohne Werturteil, jedenfalls ohne Apologetik, ihrer Bewertung, ihrer Abwägung und Feststellung ihres Könnens und Versagens als Künstler und Bildner und den Ursachen davon, ihrem Unterschied und ihrer Gleichgültigkeit gegenüber den anderen, auch von diesem Wege aus ohne Tendenz ein Beitrag zum Wesen der. Juden; nicht in der Einzelanalyse, die findet für den bildenden Künstler z. B. in Ost und West oder sonstwo statt, und ihr spezifisches Resultat wird von uns im Sammelbericht und in der Bibliographie erwähnt, es sei denn, daß sie ein methodisches Muster darstellt oder von prinzipieller Bedeutung ist, dann gehört sie hierher. Ich werfe nur aus sehr viel reicherem Material dfese Themen hin, erinnere daran, daß jeder philosophisch oder politisch oder künstlerisch Geschulte oder wirtschaftlich Interessierte aus anderen Formen der Weitanschauung Beziehungen zur Judenfrage, nicht etwa künstlich, finden wird, - und nenne, damit diejenigen, die vor dem Worte Kultur und seinem Inhalte Angst haben, und in ihm und seiner Bevor- . zugung eine Gefahr wittern, beruhigt sind, andeutungsweise den . großen Komplex der ^offenkundigsten Fragen, die aus den praktischen Problemen sich ergeben: Politik — ihre Faktoren, Funktionen, Ziele, Tatsächliches und' Prinzipielles, Grundlagen und Wünsche, Einzelausprägungen in ihrem Verhältnis zu den