Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 7 (23.10.1912)
- Date
- 1912-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Judische Student 237 bar oder unmittelbar, erkennbar oder nur den Auguren sichtbar ihre Schlagworte verdünnt oder in der ursprünglichen Form aus -den Kreisen beziehen, in denen mit schwerem Geschütz das Problem zerschlagen und erörtert wird; von dort sinkt das Wort oder der Gedanke mit einer gewissen schwerfälligen Trägheit als Leitartikel oder Feuilleton über od-er unter dem Strich in die Zeitungen und von dort aus haftend, formend, aufreizend oder einlullend in die Gehirne der Menschen, auch derer, die diese Beeinflussung, Durchtränkung nicht an sich und für sich wahrhaben wollen. Auf diesem Wege kann und muß auch •die dauernde Erfüllung der Oeffentlichkeit mit Judentum möglich sein, nebst den vielen anderen Methoden, deren Erfolge ja handgreiflich sind. Das sei für diejenigen gesagt, denen Format und Inhalt des geplanten Unternehmens zu schwerfällig, isoliert, ausschließend und abschließend erscheint, und auch denen, die glauben, daß der Wert des Wissens, des Wortes hier überschätzt wird, das doch .so häufig die Tat hervorruft, beflügelt, . nicht immer zu lähmen braucht. Vom Kreis 2 ist wenig zu sagen. Er steht in der Mitte : auch geistig-zwischen eins und drei. Diese „Leser" ■sind „Verkehrsgäste", ihr Interesse ist häufig an den Ort gebunden, an -dem sie die Zeitschrift finden, ist von der Gelegenheit abhängig und muß in ein dauerndes Verhältnis umgewandelt werden, denn das Wesentliche ist, wie ich schon sagte und Mmmer wieder betone, die Kontinuität der Diskussion, bis — und das gilt den Naiven — ja bis die Diskussion überflüssig, die Judenfrage gelöst, der Stoff also erschöpft ist. Kreis 1: Das ist der Punkt, um dessentwillen ich diese Notizen,' abgesehen vom Persönlichen, hier veröffentliche: es handelt sich .darum, den B. J. C dahin zu interessieren, daß er -als geschlossene Abonnentenanzahl hinter das Archiv tritt, es stützt, ihm Rückhalt des materiellen, vielleicht auch des moralischen Gewichts gibt. In welcher Weise diese Verbindung einen offiziellen Ausdruck finden soll und ob das nötig und richtig ist,, ferner ob sich der B. J C. als Herausgeber oder als Verlagsgeseltechaft etabliert und das Risiko übernimmt oder die Herausgabe dem Jüdischen Verlag überläßt und mit ihm ein privates Uebereinkommeri schließt, ob er es als sein Organ herausgehen läßt, was ich als taktisch sehr ungeschickt*) empfinden würde, weil das Archiv dadurch sofort abgestempelt wäre, es aber vollkommen unabhängig sein soll, oder ob man sich, an einen anderen nicht so der Tendenz nach pronöncierten Verlag wenden müßte, was, wenn möglich, das Beste wäre, das alles sind ^spätere Fragen, .die erst im Detail zu behandeln sind. Mir kommt es zunächst auf die prinzipielle Aeußerung meiner Bundes- *) Das gilt allerdings auch von einer Anlehnung an den Jüdischen Verlag.