Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 7 (23.10.1912)
- Date
- 1912-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 235 und zwar eine widerwillige, schnell und gern vergessene erzwang), die Kontinuität der Diskussion tritt, ist das Ziel des Archivs. Und was bisher eine Explosion war, ein Einzelgedanke, ein Einmaliges, was mit Sensation gefärbt, zur Sensation aufgebauscht, wiealle Sensation schnell dahinschwand, ohne mehr als Narben zu hinterlassen, das soll jetzt dauernd, beherrschend,-ms ständige Bewußtsein der Menschen erhoben werden. Wer aber weiß, wie Ideen sich verbreiten, auch die verspotteten, abgelehnten, bei denen sich nur das Publikum blamieren kann, nie der Autor, der weiß auch, daß solche Ideen, zunächst Eigentum des kleinen Kreises, herabsickern durch ihr Schwergewicht in .die Kanäle der öffentlichen Meinung, dort selbstverständlich werden, mit verdünntem Gehalt, in trivialster Gestalt; aber noch im Getauften erkennt man den Juden, noch im Ausläufer und an der Peripherie Art und Schlagkraft des Zentrums; so auch in dem Inhalt und Abklatsch des Alltagsgesprächs und Alltagsgedankens das Material, die Wucht, den Wert des Ursprünglichen, aus dem sie entstanden. II. Aufbau ides Archi.vs %? 1. Erscheinungsform und Unkosten: Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich in vornehmer Gestalt, S-—10 Bogen, das sind 130—160 Seiten, so daß der Jahrgang ein stattlicher Band "wäre. Der Preis stellt sich nach den buchhändlerischen Angaben, die mir vorlagen, nicht sehr hoch, geringer als dgr Umfang der Zeitschrift vermuten läßt und ich selbst glaubte, und zwar deswegen, weil anders als bei den Tageszeitungen die größere Anzahl von Abonnenten den Preis verringert; ich will jedoch ebenso wie die Einzelheiten, der Honorarfrage und die Balancierung des Etats, diesen ganzen Gegenstand, der nureine minimale Belastung des Einzelnen bedeutet und bei der Entscheidung doch nicht das allein ausschlaggebende Moment bedeuten würde, erst bei weiterem Fortschritt des Unternehmens vorlegen, um nicht die Aufmerksamkeit vom Prinzipiellen abzulenken. . 2. I n t e r e s s e n t e n, M i t a r b e i t e r und P u b I i k u m. Eine solche Zeitschrift so großen Formates-, die noch dazu* wegen ihres Inhalts so exponiert dastände, von den „Freunden4' beinah argwöhnischer umlauert würde als von den Gegnern, kann erscheinen, erstens wenn die finanzielle Basis gesichert ist,' d. h. der Verlag kapitalkräftig ist oder von vornherein eine größere Anzahl von Abonnenten garantierend hinter dem Unternehmen steht, und zweitens, wenn Stoff, Material, Inhalt genug da ist, d. h. wenn der Herausgeber für einen bestimmten Zeitraum mindestens eines Jahres den Gesamtinhalt übersehen kann, wenn ihm für die Einzelteile die Beiträge versprochen und, sicherer als das bloße Versprechen, zur Verfügung sind. Um